Ärzte Zeitung, 08.12.2009

Antidepressiva lindern offenbar auch Neurosen

EVANSTON (mut). Antidepressiva bessern nicht nur die Stimmung, offenbar können sie auch die Persönlichkeit günstig beeinflussen: indem sie Neurosen lindern und Depressive extrovertierter machen.

Antidepressiva lindern offenbar auch Neurosen

Foto: Eric Simard ©www.fotolia.de

Das haben US-Forscher in einer Studie mit 240 Depressiven beobachtet, die ein Jahr lang entweder mit dem SSRI Paroxetin, mit Placebo oder per kognitiver Verhaltenstherapie behandelt wurden (Arch Gen Psych 66, 2009, 1322).

In beiden aktiven Therapie-Gruppen gingen die Depressionen - gemessen mit der Hamilton-Depressionsskala - ähnlich stark und stärker als mit Placebo zurück, jedoch verschwanden in der Gruppe mit dem Antidepressivum zusätzlich neurotische Neigungen, und die Patienten waren deutlich extrovertierter. Mit der Verhaltenstherapie war dieser Effekt deutlich schwächer ausgeprägt.

Die Forscher vermuten daher, dass die günstige Persönlichkeitsänderung bei einer SSRI-Therapie nicht nur auf eine Besserung der Stimmung zurückzuführen ist, sondern dass die Medikamente unabhängig davon antineurotisch wirken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Künstliche Herzklappe raubt oft den Schlaf

Fast ein Viertel aller Patienten mit einer mechanischen Herzklappe klagt über Schlafstörungen. Die Ursache hat eine einfache Erklärung. mehr »

Das sind die Wünsche an die neue Weiterbildung

Am Freitag steht die Musterweiterbildungsordnung auf der Agenda des Deutschen Ärztetags. Wir haben dazu drei junge Ärzte und den BÄK-Beauftragen Bartmann befragt. mehr »

"Sportlich, unrealistisch, überkommen"

Am Donnerstagnachmittag debattiert der Deutsche Ärztetag über die GOÄ-Novellierung. Unsere Video-Reporter haben sich vorab dazu umgehört. mehr »