Ärzte Zeitung, 06.10.2010

Hohes Depressionsrisiko bei ADHS

PITTSBURGH (mut). Kinder, bei denen im Alter von vier bis sechs Jahren ein ADHS diagnostiziert wird, sind als Erwachsene besonders depressionsgefährdet. Das berichten US-Ärzte aus Pittsburgh.

Die Ärzte hatten Daten von 125 ADHS-Patienten ausgewertet. Danach haben Kinder mit ADHS ein etwa viereinhalbfach erhöhtes Risiko, bis zum 18. Lebensjahr an einer Depression zu erkranken, das Risiko für einen Suizidversuch ist um den Faktor 3,6 erhöht (Arch Gen Psych 2010; 67:1044).

[07.10.2010, 17:02:38]
Dr. Thomas Bonath 
Neue Erkenntnis?
Diese Studie wirft einige, auch methodische Fragen auf:
Wie wurde ADHS im Lebensalter von 4-6 Jahren "sicher" diagnostiziert?
Welchen Einfluß hat eine Therapie auf das outcome? Gibt es hier Unterschiede zwischen rein medikamentöser Therapie mit Stimulantien, psychotherapeutischen Interventionen und Kombinationstherapie?

Und, last not least: ist erst eine Studie erforderlich, um zu erkennen, dass Menschen mit psychischen Störungen und Erkrankungen im Kindesalter eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, im Erwachsenenalter an psychischen Erkrankungen zu leiden?

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