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Psychotherapie-Variante bewährt sich bei chronischer Depression

Drei von zehn Patienten mit Depression haben einen chronischen Verlauf und sind schwer therapierbar. Eine neue Psychotherapievariante war anderen Ansätzen in Studien deutlich überlegen.

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Patienten mit chronischer Depression brauchen spezifische Therapien.

Patienten mit chronischer Depression brauchen spezifische Therapien.

© Yuri Arcus / fotolia.com

BERLIN (gvg). Chronisch verlaufende Depressionen dauern per Definition länger als zwei Jahre. Im Gegensatz zu der häufigeren episodisch verlaufenden Depression kommen Patienten mit chronischer Depression aus ihrem emotionalen Tief nicht oder kaum heraus. "Chronische Depressionen sind psychosozial stark beeinträchtigend. Sie beginnen oft früh und verursachen hohe Kosten", erläuterte Eva-Lotta Brakemeier von der Universitätsklinik Freiburg beim Psychiatrie-Kongress der DGPPN in Berlin.

Typisch für chronische Depressionen ist außer dem frühen Beginn eine häufige Assoziation mit einem frühkindlichen Trauma. Nicht in erster Linie der sexuelle, sondern vor allem der emotionale Missbrauch sei dabei relevant, so Brakemeier. Sie berichtete über verschiedene Studien, in denen 70 bis 80 Prozent der Patienten mit chronischer Depression ein psychisches Trauma in früher Kindheit erlitten hatten.

Klassische Psychotherapieansätze wie die kognitive Verhaltenstherapie (CBT), die interpersonelle Psychotherapie (IPT) oder die Tiefenpsychotherapie erbrächten bei der oft komplexen emotionalen Gemengelage bei chronisch Depressiven nur unbefriedigende Therapieergebnisse, so Brakemeier. In den USA wird bei Patienten mit chronischer Depression deswegen zunehmend auf das so genannte "Cognitive Behavioural Analysis System of Psychotherapy" gesetzt, kurz CBASP.

"CBASP ist die bisher erste Psychotherapie, die spezifisch für Patienten mit chronischer Depression entwickelt wurde", betonte Brakemeier. Mit Schulungen und Vorträgen setzt sich die Expertin dafür ein, den Ansatz auch in Deutschland bekannter zu machen. CBASP ist letztlich eine Kombination aus kognitiven, verhaltenstherapeutischen und interpersonellen Elementen. Inhaltlich geht es darum, den Patienten das Erlernen neuer Beziehungen zu ermöglichen und ihnen zu zeigen, dass ihr Verhalten beim Gegenüber Konsequenzen auslöst. Zudem lernen sie, mit Angst auslösenden Stimuli umzugehen, ohne die üblichen Vermeidungstaktiken anzuwenden.

Die Wirksamkeit des CBASP-Ansatzes wurde erstmals in einer im Jahr 2000 publizierten Studie belegt. Hier erreichte die Kombination aus CBASP und Pharmakotherapie eine für diese Patientengruppe ausgesprochen hohe Remissionsrate von 85 Prozent. In einer Pilotstudie aus Freiburg, in der CBASP und IPT direkt verglichen wurden, war die Remissionsrate bei CBASP-Therapie fast dreimal so hoch wie bei IPT. Als Konsequenz daraus laufen derzeit mehrere größere, teilweise DFG-geförderte Studien, die den CBASP-Ansatz unter deutschen Bedingungen bei größeren stationären und ambulanten Patienten untersuchen.

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