Europäischer Depressionstag

Hilfe für Mitarbeiter mit Depressionen

"Depression am Arbeitsplatz" ist das Kernthema des Europäischen Depressionstages am 1. Oktober. Die Botschaft: Betroffenen kann wirksam geholfen werden, etwa in Kooperation mit Betrieben und Arbeitsagenturen.

Veröffentlicht:
Psychisch krank am Arbeitsplatz? In Rollenspielen können Vorgesetzte das einfühlsame Gespräch mit betroffenen Mitarbeitern trainieren.

Psychisch krank am Arbeitsplatz? In Rollenspielen können Vorgesetzte das einfühlsame Gespräch mit betroffenen Mitarbeitern trainieren.

© Photos.com

BERLIN. Nicht nur Menschen im Beruf, sondern auch Langzeitarbeitslose werden häufig psychisch krank. Die Erkrankung wird bei Betroffenen oft nicht erkannt und somit nicht behandelt.

Hinzu kommt: Menschen mit Depressionen lassen sich in der Regel nur schwer vermitteln. Die durch die Depression bedingte Antriebslosigkeit erschwert die Arbeitssuche, und Depressive können sich in Bewerbungsgesprächen nicht positiv darstellen.

Modellprojekte in Kooperation mit Arbeitsagenturen

Ein "Psychosoziales Coaching" kann weiterhelfen, wie Modellprojekte in München und Leipzig in Kooperation mit Arbeitsagenturen und Medizinischen Fakultäten belegen, berichtet die Stiftung Deutsche Depressionshilfe in einer Mitteilung zum 10. Europäischen Depressionstag am 1. Oktober.

Langzeitarbeitslose Menschen mit psychischen Erkrankungen, die gar nicht oder nicht leitlinienkonform behandelt werden, können in dem Projekt identifiziert werden.

Nach umfassender Diagnostik lassen sie sich so in das bestehende Versorgungssystem lotsen. Im Leipziger Projekt konnte gezeigt werden, dass über 90 Prozent der Langzeitarbeitslosen mit einer psychiatrischen Diagnose gar keine oder keine leitliniengerechte Therapie erhielten.

Um eine psychische Erkrankung als Vermittlungshemmnis zu beseitigen, müssen Betroffene angemessen therapiert werden, betont die Stiftung. Sie unterstützt daher die bundesweite Ausweitung der Modellprojekte "Psychosoziales Coaching" im Rahmen der "Perspektive 50+".

Die bisherigen Erfahrungen zeigen darüber hinaus, dass auch für arbeitslose Menschen im Alter unter 50 Jahren und speziell auch unter 25 Jahren ein Bedarf für "Psychosoziales Coaching" besteht.

Aktionsnetz Depression am Arbeitsplatz

Weiterhin gibt es Hilfe für Betroffene im Berufsleben. Arbeitgeber seien nämlich vielfach unvorbereitet, wenn bei einem Mitarbeiter eine Depression diagnostiziert wird, so die Stiftung.

Mit dem Aktionsnetz Depression am Arbeitsplatz wird daher Unterstützung für Führungskräfte in Unternehmen angeboten.

Wissensdefizite über die Auswirkungen von Depressionen auf das Arbeits- und Sozialverhalten seien oft Ursache für eine verspätete oder suboptimale Behandlung, betont Privatdozentin Christine Rummel-Kluge, die Geschäftsführerin der Stiftung.

Die Organisation bietet hier Schulungen für Führungskräfte zu Depressionen und andere psychische Erkrankungen an, so die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Unter anderem in Rollenspielen wird dabei das Gespräch mit erkrankten Mitarbeitern trainiert.

Depressionen werden häufiger erkannt

Aktuelle Zahlen deutscher Krankenkassen zeigen: Der Anteil an Fehltagen durch psychische Erkrankungen steigt kontinuierlich. Krankheitsbedingte längere Ausfälle im Job und immer häufiger auch Berufsunfähigkeit sind Folgen depressiver Erkrankungen.

Nach Studiendaten sind Depressionen in Deutschland in den vergangenen Jahren aber nicht häufiger geworden.

Vielmehr suchen sich heute mehr Betroffene als noch vor einigen Jahren professionelle Hilfe. Zudem wird die Depression - auch durch Aufklärungskampagnen - heute häufiger erkannt als früher. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Depression, Angst, Schmerzen

Was zeichnet „schwierige“ Patientinnen und Patienten aus?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe