Ärzte Zeitung, 24.03.2014

Depressionskranke

Regelmäßig den Blutzucker kontrollieren!

Die Konstellation Diabetes und Depressionen hat eine schlechte Prognose. Betroffene brauchen eine frühe Therapie, betont die DDG.

BERLIN. "Ein Leben mit Diabetes kann völlig normal verlaufen, doch wir dürfen nicht unterschätzen, welche Last viele Menschen damit tragen", sagt DDG-Präsident Privatdozent Erhard Siegel.

Zehn Prozent der Diabetespatienten entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung zusätzlich eine Depression, doppelt so viele wie in der Allgemeinbevölkerung. Depressionen rauben dabei vielen Patienten die Lebensenergie und erschweren das Diabetes-Selbstmanagement, so die DDG in einer Mitteilung.

Hinzu kommt, dass die Nebennierenrinde in Stresssituationen größere Mengen Cortisol freisetzt, das den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Das kann dazu führen, dass eine Depression die Blutzuckereinstellung verschlechtert. Deshalb ist es wichtig, eine Depression rechtzeitig zu erkennen und Betroffene wirksam zu behandeln. Bewährt hat sich hierfür die Psychotherapie. Häufig müssen auch Antidepressiva eingesetzt werden.

Viele dieser Medikamente verschlechtern die Diabetessituation jedoch zusätzlich. Zum einen erhöhen viele der Medikamente das Körpergewicht.

"Zum anderen scheinen viele Antidepressiva ungünstig auf den Blutzuckerspiegel zu wirken", erklärt Siegel. Nach Studiendaten verdoppelt die Einnahme von Antidepressiva das Risiko für Typ-2- Diabetes bei Patienten mit Depressionen.

Bei der Therapie von Menschen mit Depressionen ist daher regelmäßig der Blutzucker zu kontrollieren, um einen Diabetes frühzeitig zu erkennen. Und für die Therapie von Diabetespatienten mit Depressionen sind Arzneien zu bevorzugen, die sich nur wenig auf den Blutzucker auswirken. (eb)

Eine Liste von DDG-anerkannten "Fachpsychologen Diabetes" unter www.diabetes-psychologie.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »