Ärzte Zeitung, 01.10.2014

Depressionen

Johanniskraut als Basis für neue Antidepressiva

ERLANGEN / NÜRNBERG. Der antidepressive Wirkstoff Hyperforin aus Johanniskraut (Hypericum perforatum) soll weiterentwickelt werden, wie die Universität Erlangen-Nürnberg mitteilt.

Das Vorhaben im europäischen Forschungsverbund "HYPZITRP" werde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die kommenden drei Jahre mit 184.000 Euro gefördert.

Hyperforin reguliert Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, indem es einen Ionenkanal, den TRPC6-Kanal, aktiviert - im Unterschied zu den Medikamenten, die sich aktuell auf dem Markt befinden.

Allerdings ist der natürliche Extrakt nicht so potent, dass er auch starke Depressionen lindert, sondern maximal mittlere. Außerdem löst er die Bildung des Enzyms CYP3A4 aus, eines wichtigen Bestandteils der Verstoffwechslung.

Das kann zu problematischen Arzneimittelinteraktionen führen. Weiterhin ist Hyperforin instabil, wenn man es aus dem Extrakt isoliert.

Daher wollen die Forscher Hyperforin-Analoga entwickeln, die deutlich stabiler und effektiver sind als der natürliche Wirkstoff und weniger mit anderen Arzneimitteln interagieren.

Die Wirksamkeit soll unter anderem an Zellmodellen und im Tierversuch getestet werden. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »