Ärzte Zeitung, 11.02.2004

Homöopathische Therapie spart Antiepileptika

Studie mit 140 Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie / Voraussetzung ist eine schulmedizinische Klassifikation

MÜNCHEN (sto). Positive Erfahrungen mit einer homöopathischen Therapie hat der niedergelassene Neuropädiater Dr. Olaf Richter bei mehr als 140 Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie gemacht.

Richter hat die jungen Patienten unter anderem mit Nux vomica, Tuberculinum, Silicea, Pulsatilla und Calcium phosphoricum behandelt.

Bei einer primär homöopathischen Therapie war bei etwa 40 Prozent der Kinder eine Besserung der Erkrankung erkennbar, bei einer sekundären Therapie bei schulmedizinischer Behandlung sogar bei 87 Prozent. Zum Teil hätten synthetische Antiepileptika ausgeschlichen werden können, sagte Richter bei einer Veranstaltung im Haunerschen Kinderspital der Universität München.

In der Klinik läuft seit 1995 ein Modellprojekt zur Integration der Homöopathie in die universitäre Kinderheilkunde, das von der Karl und Veronica Carstens Stiftung unterstützt und nach wissenschaftlichen Methoden evaluiert wird.

Voraussetzung einer homöopathi-schen Behandlung sei immer eine exakte schulmedizinische Diagnostik und Klassifikation der epileptischen Erkrankungen, betonte Richter. Nur unter Berücksichtigung aller Symptome könne beurteilt werden, ob der Krankheitsprozeß mit den Methoden der Homöopathie beeinflußbar ist.

Wichtig für den Erfolg sei auch, ob ein Patient die Therapie wirklich will, wie das Umfeld eine homöopathische Behandlung mitträgt, ob der behandelnde Kollege die Methoden beherrscht und wie die mitbehandelnden Kollegen in Kliniken reagieren. Richter vereinbart bei einer rein homöopathischen Therapie zunächst mit jedem Patienten eine Drei-Monats-Frist, in der beide Seiten Erfahrung sammeln können.

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