Ärzte Zeitung, 28.06.2004

Hilfe bei hartnäckiger Epilepsie

Pregabalin auch für schwer therapierbare Patienten / Zulassung in diesem Jahr erwartet

FREIBURG (sto). Etwa 30 Prozent der Epilepsie-Patienten gelten als therapieresistent. Ein Teil dieser Patienten kann durch das neue Antiepileptikum Pregabalin anfallsfrei werden. Darauf hat Professor Bernd Pohlmann-Eden vom Epilepsiezentrum Bethel hingewiesen.

Oft werde die Epilepsie-Therapie wegen unerwünschter Effekte abgebrochen. Die Anfallskontrolle allein sei also nicht maßgebend, um eine kontinuierliche Therapie aufrechtzuerhalten, sagte Pohlmann-Eden. Ein neues Antiepileptikum sollte deshalb eine mindestens gleiche Wirksamkeit haben und eine bessere Verträglichkeit als bisherige Arzneien, so Pohlmann-Eden bei einer Veranstaltung von Pfizer in Freiburg. Voraussichtlich im Herbst wird mit Pregabalin ein neues Antiepileptikum zugelassen werden.

Wie Professor Christian Elger aus Bonn berichtet hat, ist es zur Zusatztherapie bei Erwachsenen mit fokalen Anfällen indiziert. Pregabalin wurde bislang in drei Doppelblindstudien über je zwölf Wochen bei Patienten mit therapierefraktären Anfällen in Dosierungen von 150 mg bis 600 mg geprüft.

Die Studien hätten ergeben, daß Pregabalin ein sicheres und wirksames Medikament zur Therapie bei fokalen Anfällen ist, berichtete Elger. Die Zahl anfallsfreier Tage nehme bereits in der ersten Woche nach Behandlungsbeginn zu. In den Studien wurden bei dieser schwierig zu behandelnden Patientengruppe bis zu 17 Prozent der Patienten anfallsfrei, wie Elger gesagt hat

. Die unerwünschten Effekte seien überwiegend leichte bis mittelgradige, dosisabhängige zentralnervöse Symptome gewesen wie Schwindel, Ataxie und Schläfrigkeit, die aber nur selten zum Therapieabbruch führten, so Elger. Eine deutliche Gewichtszunahme trat nur mit 600 mg pro Tag auf.

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