Zwölf gute Jahre mit Lamotrigin bei Epilepsie

MÜNCHEN (wst). Eine gute anti-epileptische Wirksamkeit, keine Toleranzentwicklung auch nach jahrelanger Anwendung und eine vergleichsweise gute Verträglichkeit: Aufgrund dieser Eigenschaften gilt Lamotrigin als besonders geeignet für die Langzeit-Therapie von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit Epilepsie.

Veröffentlicht:

Lamotrigin (Lamictal®) hat sich seit zwölf Jahren bei fokalen und generalisierten Epilepsien bewährt. Darauf wies Professor Hermann Stefan vom Zentrum für Epilepsie in Erlangen hin. Auch in mehrjährigen Nachfolge-Untersuchungen sowie in Langzeit-Anwendungsbeobachtungen sei keine nennenswerte Toleranzentwicklung bemerkt worden, so Stefan auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in München.

Ergebnisse direkter Vergleichsstudien mit anderen Antikonvulsiva belegten, daß Lamotrigin epileptische Anfälle mindestens genauso effektiv unterdrückt wie etwa Valproat oder Carbamazepin, dabei aber besser vertragen wird. Diese gute Verträglichkeit, die stimmungsaufhellenden Wirkung und eine Verbesserung der kognitive Leistung dürften die Ursache für die gute Compliance mit dieser Substanz sein, sagte Stefan.

Eine mögliche unerwünschte Wirkung ist jedoch das Stevens-Johnson-Syndrom, eine schwere allergische Hautreaktion. Aus älteren Studien wird eine Inzidenz von 1 zu 1000 für Lamotrigin berichtet. Durch eine einschleichende, vorsichtige Dosierung läßt sich nach einer aktuellen Analyse des Freiburger Dokumentationszentrums die Häufigkeit des Syndroms auf unter 2 zu 10 000 reduzieren. Dies entspreche auch der Inzidenz eines solchen Syndroms bei Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital, sagte Stefan.

Im Lamotrigin-Schwangerschaftsregister wurden bis Ende April 414 vollendete Schwangerschaften ausgewertet, bei denen während des ersten Trimenons eine Lamotrigin-Monotherapie fortgeführt worden war. Mit 2,9 Prozent (das sind zwölf von 414 Lebendgeburten) lag die Mißbildungsrate jedoch im Bereich der allgemeinen Fehlbildungsrate (drei bis fünf Prozent). Auch gab es kein spezifisches Fehlbildungsmuster.

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

STIKO-Chef Überla: RSV-Empfehlung kommt wohl bis Sommer

Lesetipps
Neue Hoffnung für Patienten mit Glioblastom: In zwei Pilotstudien mit zwei unterschiedlichen CAR-T-Zelltherapien blieb die Erkrankung bei einigen Patienten über mehrere Monate hinweg stabil. (Symbolbild)

© Richman Photo / stock.adobe.com

Stabile Erkrankung über sechs Monate

Erste Erfolge mit CAR-T-Zelltherapien gegen Glioblastom

Die Empfehlungen zur Erstlinientherapie eines Pankreaskarzinoms wurden um den Wirkstoff NALIRIFOX erweitert.

© Jo Panuwat D / stock.adobe.com

Umstellung auf Living Guideline

S3-Leitlinie zu Pankreaskrebs aktualisiert