Ärzte Zeitung, 29.04.2005

Zwölf gute Jahre mit Lamotrigin bei Epilepsie

Keine Toleranzentwicklung

MÜNCHEN (wst). Eine gute anti-epileptische Wirksamkeit, keine Toleranzentwicklung auch nach jahrelanger Anwendung und eine vergleichsweise gute Verträglichkeit: Aufgrund dieser Eigenschaften gilt Lamotrigin als besonders geeignet für die Langzeit-Therapie von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit Epilepsie.

Lamotrigin (Lamictal®) hat sich seit zwölf Jahren bei fokalen und generalisierten Epilepsien bewährt. Darauf wies Professor Hermann Stefan vom Zentrum für Epilepsie in Erlangen hin. Auch in mehrjährigen Nachfolge-Untersuchungen sowie in Langzeit-Anwendungsbeobachtungen sei keine nennenswerte Toleranzentwicklung bemerkt worden, so Stefan auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in München.

Ergebnisse direkter Vergleichsstudien mit anderen Antikonvulsiva belegten, daß Lamotrigin epileptische Anfälle mindestens genauso effektiv unterdrückt wie etwa Valproat oder Carbamazepin, dabei aber besser vertragen wird. Diese gute Verträglichkeit, die stimmungsaufhellenden Wirkung und eine Verbesserung der kognitive Leistung dürften die Ursache für die gute Compliance mit dieser Substanz sein, sagte Stefan.

Eine mögliche unerwünschte Wirkung ist jedoch das Stevens-Johnson-Syndrom, eine schwere allergische Hautreaktion. Aus älteren Studien wird eine Inzidenz von 1 zu 1000 für Lamotrigin berichtet. Durch eine einschleichende, vorsichtige Dosierung läßt sich nach einer aktuellen Analyse des Freiburger Dokumentationszentrums die Häufigkeit des Syndroms auf unter 2 zu 10 000 reduzieren. Dies entspreche auch der Inzidenz eines solchen Syndroms bei Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital, sagte Stefan.

Im Lamotrigin-Schwangerschaftsregister wurden bis Ende April 414 vollendete Schwangerschaften ausgewertet, bei denen während des ersten Trimenons eine Lamotrigin-Monotherapie fortgeführt worden war. Mit 2,9 Prozent (das sind zwölf von 414 Lebendgeburten) lag die Mißbildungsrate jedoch im Bereich der allgemeinen Fehlbildungsrate (drei bis fünf Prozent). Auch gab es kein spezifisches Fehlbildungsmuster.

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