Ärzte Zeitung, 24.08.2005

Option für Therapie-refraktäre Epilepsien

Zonisamid ist zur Kombibehandlung bei fokalen Anfällen zugelassen / Ansprechraten von bis zu 50 Prozent

BIELEFELD (KHS). Trotz moderner anti-epileptischer Kombinationstherapien haben in Deutschland 130 000 bis 260 000 Epilepsie-Kranke weiterhin Anfälle. Eine Zusatztherapie mit Zonisamid kann solchen Patienten helfen, die Zahl der Anfälle zu reduzieren.

Zonisamid (Zonegran®) ist seit Juni dieses Jahres als Bestandteil einer Kombinationsbehandlung bei fokalen Anfällen in Deutschland zugelassen. Es bietet Patienten, die trotz der bisherigen Medikation epileptische Anfälle haben, eine weitere Therapie-Option.

Ein Vorteil des Medikamentes sei, daß es in seinem Wirkspektrum sehr gut eingeschätzt werden könne. Darauf hat Dr. Christian Brandt vom Epilepsie-Zentrum Bethel hingewiesen. Denn Zonisamid, das jetzt vom Unternehmen Eisai in Europa vertrieben wird, ist in Japan bereits seit 15 Jahren auf dem Markt, in den USA seit dem Jahr 2000. Es seien Ansprechraten für die Substanz von bis zu 50 Prozent bei bis dahin therapie-refraktären Patienten berichtet worden.

Brand zitierte vier Studien zu Zonisamid mit über 800 Patienten mit fokalen Epilepsien. Dabei habe sich durch die Zusatztherapie die Anfallshäufigkeit nicht nur in einem hohen Prozentsatz verringert, sondern bis zu sechs Prozent der Patienten seien sogar ganz anfallsfrei geworden.

Und in einer Studie mit 131 Kindern mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren habe die Zusatzbehandlung mit Zonisamid sogar bei fast einem Drittel der Kinder zur Anfallsfreiheit geführt.

An unerwünschten Wirkungen wurden nach Angaben von Brand vor allem Somnolenz, Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel und Gewichtsverlust festgestellt. Viele andere Antiepileptika induzierten dagegen eher eine Gewichtszunahme. Bei bis zu vier Prozent der Patienten seien unter der Behandlung mit Zonisamid Nierensteine aufgetreten.

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