Ärzte Zeitung, 04.11.2005

Alte Menschen mit Epilepsie brauchen sofort Behandlung

Valproat hat sich bewährt

PARIS (awa). Bei Epilepsie-Kranken über 65 Jahren ist eine Therapie mit Valproat besonders geeignet. Zu diesem Fazit kamen 40 Epileptologen, die den Stellenwert von Valproat in der Therapie bei Patienten über 65 Jahre beurteilt hatten.

Seit 40 Jahren werde die Substanz bei verschiedenen Epilepsienformen angewendet, die Dosis ließe sich schnell titrieren, und es gebe eine intravenöse Formulierung. Valproat sei vor allem bei älteren Patienten gut verträglich, hat Professor Eugen Trinka aus Innsbruck in Österreich auf einem Epilepsie-Kongreß in Paris berichtet.

Die Rate der neu diagnostizierten Patienten mit Epilepsie ist nach Angaben von Trinka mit zwei pro 1000 Personen pro Jahr bei den über 65jährigen am höchsten. Vor allem Schlaganfälle lösten häufig Epilepsien aus. Da es bei älteren Patienten meist nicht bei einem Anfall bleibt, und da Anfälle in der Vorgeschichte häufig übersehen werden, plädierte der Epileptologe für eine sofortige Behandlung.

Valproat gelte dabei nach wie vor als Mittel der ersten Wahl bei den meisten Epilepsieformen bei Erwachsenen, so Trinka auf einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis. Das Unternehmen bietet Valproat als Ergenyl® an.

Patienten über 65 Jahre seien oft empfindlicher für unerwünschte Wirkungen von Antiepileptika, da solche Medikamente bei alten Patienten zum Teil langsamer abgebaut würden. Somit könnte die Dosierung eventuell zu hoch sein, so Trinka.

Zudem wären seltene unerwünschte Wirkungen wie Tremor, Osteoporose und chronische Enzephalopathien in dieser Altersgruppe besonders nachteilig. Für Valproat gelte, daß es von älteren Patienten gut vertragen werde, sagte Trinka.

Der Experte wies auch daraufhin, daß ältere Patienten häufig mehrere Medikamente einnehmen müssen und daher auf Wechselwirkungen mit den Antiepileptika geachtet werden muß.

Topics
Schlagworte
Epilepsie (315)
Organisationen
Sanofi-Aventis (1609)
Krankheiten
Epilepsie (599)
Osteoporose (1469)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »