Epilepsiechirurgie

Op bei Epilepsie nicht Ultima ratio

Viele Patienten sind nach Epilepsiechirurgie anfallsfrei. Bei Pharmakoresistenz sollte daher frühzeitig die Indikation zur Op überprüft werden.

Veröffentlicht:

DRESDEN. Die Epilepsiechirurgie ist nicht die letzte Option. Das zeigte eine Studie, in der eine Op bereits nach Versagen der Therapie mit zwei Antiepileptika eine gute Chance auf Anfallsfreiheit birgt, nicht aber eine weitere medikamentöse Therapie.

Auch die Lebensqualität war nach Chirurgie besser als nach fortgesetzter Medikation. "Wir benötigen eine frühzeitige Entscheidung", sagte Professor Andreas Schulze-Bonhage vom Uniklinikum Freiburg beim DGN-Kongress.

Er empfiehlt nach Versagen zweier Antiepileptika die Vorstellung in einem Epilepsiezentrum zur Evaluation, ob es sich um einen einzelnen Fokus handelt, der gut chirurgisch zu behandeln ist, und wie hoch das Operationsrisiko ist.

Dabei kläre sich manchmal auch der Grund für die bisherige Pharmakoresistenz - mangelnde Compliance oder auch eine falsche Diagnose. Bei richtiger Indikationsstellung liegt in seinem Zentrum dann der Anteil der Patienten, die anfallsfrei werden, bei 73 Prozent .

Bei Patienten, die nicht für eine Op infrage kommen, stellen Stimulationsverfahren eine mögliche Alternative dar. Allerdings sind die Erfahrungen bei Vagusnervstimulation sehr unterschiedlich. "Wir wissen immer noch nicht, welches die besten Kandidaten sind", so Schulze-Bonhage.

Die tiefe Hirnstimulation bezeichnete er als in erfahrenen Händen sehr sicher, plädierte wegen der häufiger zu beobachtenden Gedächtnis- und Stimmungsveränderungen aber dafür, diese Option nicht zu früh einzusetzen.

Die transkutane Vagusnervstimulation zeigte in einer kleinen Studie keine ganz überzeugenden Ergebnisse, so Schulze-Bonhage, zur transkutanen Trigeminusstimulation laufen derzeit größere Studien. "In ärmeren Ländern sterben also mehr Menschen aufgrund einer CVD", sagt Teo.

"Die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt, einer Herzinsuffizienz oder einem Schlaganfall ist in solchen Regionen trotz des niedrigeren Risikos fast drei bis vier Mal höher als die in wohlhabenden Ländern."

Die vermeintlichen Gründe sind für Teo ein besseres Krankheitsmanagement und die effiziente Risikokontrolle in den einkommensstarken Ländern. Ein Bluthochdruck wird frühzeitig behandelt. (fk)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe