Direkt zum Inhaltsbereich

Register

Neue Daten zu Epilepsie bei Schwangeren

Das Risiko einer schwerwiegenden Fehlbildung unter Antiepileptika während der Schwangerschaft ist überschaubar.

Veröffentlicht:

DRESDEN. Über Risiken einer antiepileptischen Therapie in der Schwangerschaft und mögliche Einflussfaktoren können nur Register Auskunft geben. Bisher werden nur 4 Prozent der Schwangerschaften unter Antiepileptika gemeldet, bedauerte Professor Dr. Bettina Schmitz vom Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin beim DGN-Kongress.

Sie ist in Deutschland verantwortlich für das Register "EURAP". Dabei sind die Ergebnisse aus den Registern praxisrelevant.

Entgegen der Befürchtungen ist das Risiko einer schwerwiegenden Fehlbildung überschaubar, nämlich auf gut das Doppelte erhöht, so Schmitz. Für einzelne Antiepileptika liegen aber immer mehr Daten aus Registern vor, die zeigen, dass es bedeutsame Unterschiede gibt.

So liegt das Risiko für große Fehlbildungen unter Valproat in der Schwangerschaft signifikant über dem von Levetiracetam, Lamotrigin oder Oxcarbazepin. Für jedes Antiepileptikum in der Schwangerschaft gilt: je höher die Dosis, umso höher das Risiko.

Valproat konterkariert auch ansonsten günstige Effekte auf Intelligenzentwicklung durch eine Folsäureprophylaxe bzw. mütterliche Intelligenz, wie Daten des NEAD-Registers zeigen. Jedoch ist die Anfallskontrolle unter Valproat nach dem EURAP-Register am besten.

Auch in der Schwangerschaft ist das primäre Therapieziel Anfallsfreiheit. Dennoch vermeidet Schmitz bei Frauen mit Kinderwunsch möglichst Valproat. Wird keine Anfallskontrolle erreicht, sollte eine Therapieoptimierung erfolgen.

Wichtig dafür sind engmaschige Spiegelkontrollen, sagt sie: Bei den zu bevorzugenden Antiepileptika Levetiracetam, Lamotrigin oder Oxcarbazepin kann in der Schwangerschaft ein Spiegelabfall von über 50 Prozent auftreten. (fk)

Weitere Informationen und Kontakt: www.eurap.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Tipps für das Gespräch

Krebsfrüherkennung: Das ist bei der Patientenberatung wichtig

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

In Deutschland machen frühe Erkrankungen mit Darmkrebs (EOCRC), also vor dem 50. Lebensjahr circa 5 Prozent der Neudiagnosen aus.

© Dmytro / stock.adobe.com

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland