Ärzte Zeitung, 24.07.2008

Start für Studie zur Therapie bei Magersucht

HEIDELBERG (bd). Jede zweite Patientin mit einer Magersucht wird langfristig geheilt. Ein gutes Viertel wird jedoch chronisch anorektisch oder stirbt. Patientinnen mit chronischem Verlauf verbringen 70 Tage jährlich im Krankenhaus. Welche Therapie am besten hilft, wird in einer Studie geprüft.

Werden Patienten mit Anorexie geheilt, sind dazu im Schnitt sechs Jahre nötig. Das hat Professor Dr. Wolfgang Herzog von der Universität Heidelberg berichtet. Zur effektivsten Behandlungsstrategie gebe noch wenige empirische Untersuchungen, sagte Herzog in Heidelberg. Diese Lücke soll mit der weltweit größten Studie zur Wirksamkeit der ambulanten Psychotherapie bei Magersucht geschlossen werden.

An der vom Bundesforschungsministerium geförderten Multicenteruntersuchung ANTOP* unter der Leitung der Universitätsklinika Tübingen und Heidelberg können 237 Patientinnen über 18 Jahre mit einer eher leichteren Form der Magersucht teilnehmen. Verglichen werden Verhaltenstherapie, Psychodynamische Therapie und die übliche ambulante Psychotherapie.

Behandelt wird zehn Monate mit 40 Einzelsitzungen, zunächst zweimal wöchentlich, später einmal wöchentlich und einmal vierzehntägig. Der Erfolg wird an der Gewichtszunahme gemessen. Ziel sind 500 Gramm pro Woche. Patientinnen werden noch aufgenommen. (Anmeldung: 0  62  21 / 5 63  76  19)

ANTOP: Anorexia Nervosa Treatment of OutPatients

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »