Ärzte Zeitung, 05.04.2004

Plädoyer für frühe Parkinson-Therapie

Cabergolin hat lange Halbwertszeit und muß nur einmal am Tag eingenommen werden

MÜNCHEN (sto). Patienten unter 70 mit Morbus Parkinson sollten nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) initial bevorzugt einen Dopamin-Agonisten erhalten. Der Dopamin-Agonist Cabergolin hat den Vorteil, daß er nur einmal am Tag eingenommen werden muß.

Bei Patienten unter 70 Jahren, die sonst keine wesentliche Komorbidität haben, könne bei milder Symptomatik alternativ zu einer initialen Agonisten-Therapie auch mit Amantadin und/oder Selegilin behandelt werden, sagte Professor Heinz Reichmann von der TU Dresden in München.

Die Parkinson-Therapie sollte im Sinne einer Neuroprotektion aber möglichst früh begonnen werden, so der Neurologe bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer. Dabei können Dopamin-Agonisten entweder gleich oder etwas später hinzugegeben werden.

Die Präferenz für Dopamin-Agonisten in der Frühtherapie ergebe sich aus Beobachtungen, nach denen L-Dopa vor allem bei jüngeren Patienten nach einigen Jahren Therapie zu Dyskinesien führt. Mit Dopamin-Agonisten treten Dyskinesien dagegen seltener auf, haben viele kontrollierte Studien ergeben. Eine Sonderstellung unter den Dopamin-Agonisten nehme Cabergolin (Cabaseril®) mit einer Plasmahalbwertszeit von 65 Stunden ein, so Reichmann. Das Medikament müsse deshalb nur einmal am Tag eingenommen werden.

Bei der Diagnose eines Parkinson-Syndroms sei wichtig, daß außer einer Verlangsamung der willkürlichen Bewegungen mindestens auch noch ein muskulärer Rigor, ein Ruhetremor oder eine Haltungsinstabilität vorliegt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »