Ärzte Zeitung, 05.05.2004

Ropinirol schützt lange vor Dyskinesie

Besonders jüngeren Parkinson-Patienten nutzt Monotherapie mit Dopamin-Agonisten

HEIDELBERG (grue). Parkinson-Kranke, die früh und langfristig mit dem Dopamin-Agonisten Ropinirol behandelt werden, haben weniger Dyskinesien als Patienten mit einer L-Dopa-Monotherapie. Motorische Komplikationen treten im Vergleich zur L-Dopa-Therapie später auf.

Professor Heinz Reichmann aus Dresden stellte Zwischenergebnisse einer offenen Therapiestudie mit Ropinirol (ReQuip®) bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in Heidelberg vor. Es handelt sich um die Verlängerung einer kontrollierten 5-Jahres-Studie, an der über 260 Parkinson-Patienten teilnahmen.

Dabei entwickelten mit Ropinirol-Monotherapie fünf Prozent der Patienten Dyskinesien, in der Gruppe, die zusätzlich L-Dopa benötigte, waren es 20 Prozent und mit L-Dopa alleine 45 Prozent.

"Uns interessierte, ob diese Unterschiede auch über längere Zeit bestehen bleiben", sagte Reichmann. Deshalb wurden 36 Patienten der Ropinirol-Gruppe weiter beobachtet, davon fünf mit Ropinirol-Monotherapie; aus der L-Dopa-Gruppe waren es 24 Patienten, davon nahmen zwölf ausschließlich L-Dopa ein.

Wie Reichmann berichtete, hatten in der Ropinirol-Gruppe nach im Mittel 8,3 Jahren 15 der Kranken (42 Prozent) Dyskinesien, aber nur solche, die zusätzlich L-Dopa erhielten. In der L-Dopa-Gruppe entwickelten signifikant mehr Patienten Bewegungstörungen, nämlich 17 (71 Prozent) nach durchschnittlich 7,3 Jahren. Keine Unterschiede gab es bei der Häufigkeit schwerer Dyskinesien (bei etwa 30 Prozent in beiden Gruppen) und der Zeit bis zu deren Auftreten.

Patienten mit Ropinirol-Therapie waren tendenziell motorisch beweglicher. Sie kamen außerdem im Alltag besser zurecht, was Reichmann einer leicht antidepressiven Wirkung des Dopamin-Agonisten zuschreibt. "Es gibt also gute Gründe, die Therapie jüngerer Parkinson-Patienten mit einem Dopamin-Agonisten zu beginnen und möglichst lange als Monotherapie fortzuführen." Das sei bei etwa 30 Prozent der Patienten etwa fünf Jahre lang möglich.

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