Ärzte Zeitung, 09.09.2005

Rasagilin jetzt zur Parkinson-Therapie erhältlich

Neuer MAO-B-Hemmer zur Monotherapie und zur Zusatztherapie mit L-Dopa indiziert / Einmal täglich 1 bis 2 mg

MÜNCHEN (wst). Mit Rasagilin ist jetzt ein neues Anti-Parkinson-Medikament erhältlich. Die Arznei hemmt das Enzym Monoaminoxidase-B (MAO-B) und eignet sich sowohl zur Monotherapie im Parkinson-Frühstadium als auch in Kombination mit L-Dopa bei fortgeschrittener Erkrankung.

Rasagilin (Azilect®) ist nach Selegilin der zweiter MAO-B-Hemmer, der zur Parkinson-Therapie erhältlich ist. MAO-B-Hemmer reduzieren den Abbau von Dopamin im Gehirn und mindern so den Dopamin-Mangel bei Parkinson-Patienten.

Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit einer initialen Monotherapie mit Rasagilin wurde in der TEMPO-Studie belegt. Das hat Professor Heinz Reichmann aus Dresden auf der Einführungspressekonferenz der Unternehmen Teva und Lundbeck in München berichtet.

In der Studie erhielten 404 Patienten im Frühstadium der Erkrankung entweder einmal täglich 1 oder 2 mg Rasagilin oder Placebo. Beide Verum-Dosierungen milderten die Symptomatik im Vergleich zu Placebo signifikant, gemessen mit der Parkinson-Skala UPDRS.

In einer zweiten sechsmonatigen Studienphase bekamen auch die Patienten mit Placebo den neuen MAO-B-Hemmer, und zwar jeweils 2 mg täglich. In dieser Gruppe ging die Symptomatik nun ebenfalls deutlich zurück. Bei den Patienten mit verspäteter Rasagilin-Therapie ließen sich Rigor, Tremor und Akinese aber nicht mehr so stark reduzieren wie bei den Patienten, die von Anfang das Medikament erhalten hatten.

Reichmann deutete dies als Hinweis darauf, daß der neue MAO-B-Hemmer neuroprotektiv wirkt und zu einer Verzögerung der Krankheitsprogression führt. Dieser Effekt sei offensichtlich um so stärker, je früher mit einer Rasagilin-Therapie begonnen werde.

Das neue Medikament sei in der TEMPO-Studie gut vertragen worden, so Reichmann. Rasagilin muß nicht auftitriert werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »