Parkinson-Therapie ist jetzt mit Pflaster möglich

DÜSSELDORF (grue). Erstmals ist eine Parkinson-Therapie auch mit einem Pflaster möglich. Das Präparat mit dem Dopamin-Agonisten Rotigotin ist zur Monotherapie im Parkinson-Frühstadium zugelassen.

Veröffentlicht:

Der nicht-ergoline Dopamin-Agonist Rotigotin wurde extra für die transdermale Anwendung entwickelt. Das Matrix-Pflaster ist in vier Wirkstärken mit Freisetzungsraten von 2, 4, 6 oder 8 mg Rotigotin pro Tag erhältlich. Die zwischen 10 cm2 und 40 cm2 großen Pflaster werden einmal täglich gewechselt.

"Wir erreichen mit der transdermalen Aufnahme von Rotigotin stabile Plasmaspiegel und eine kontinuierliche dopaminerge Stimulation", sagte Professor Ullrich Wüllner von der Universität Bonn. Die Therapie mit Dopamin-Agonisten in der Parkinson-Frühphase beuge motorischen Komplikationen vor und werde von den Fachgesellschaften für Parkinson-Patienten unter 70 Jahren empfohlen.

Dabei sei die Pflaster-Therapie für viele Patienten einfacher und auch diskreter als die Tabletten-Einnahme, sagte der Neurologe auf einer Veranstaltung von Schwarz Pharma in Düsseldorf. Das Unternehmen hat jetzt das Pflaster als Neupro® eingeführt.

Weitere Vorteile des Präparates: Es gebe keinen First-Pass-Effekt in der Leber, und das Pflaster wirke unabhängig von Resorptionsstörungen im Darm. "Außerdem kann das Pflaster auch von Patienten mit Schluckstörungen oder mit kognitiven Einbußen angewendet werden", so Wüllner.

Die Wirksamkeit des Pflasters wurde in mehreren Studien belegt: Darin ließen sich mit Rotigotin bei 48 Prozent der Parkinson-Patienten eine Reduktion der Symptome um 20 Prozent auf Parkinson-Skalen erreichen, mit Placebo gelang das bei 19 Prozent der Patienten. Unerwünschten Wirkungen waren vereinzelt Übelkeit und Schläfrigkeit, die Rotigotin-Therapie mußte deswegen aber nur selten abgebrochen werden.

In noch laufenden Studien wird Rotigotin auch bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit geprüft. Dabei zeichnet sich ab, daß mit dem neuen Dopamin-Agonisten der L-Dopa-Bedarf sinkt und die Motorik besser wird. Wüllner sieht Rotigotin deshalb auch als möglichen Kombinationspartner für andere Parkinson-Medikamente.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

US-Analyse

Vermehrt Parkinsonfälle bei hohen Trichlorethylen-Emissionen

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wechselwirkungen

Diese Medikamente sind bei Herzinsuffizienz riskant

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?

Atemwegserreger

RKI: RSV-Welle deutet sich an

Lesetipps
Diabetespatientin spritzt sich Insulin mit Insulinpen

© Goffkein / stock.adobe.com

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Eine ältere Frau klagt über Gelenk- und Muskelschmerzen in ihren Händen.

© Yakobchuk Olena / stock.adobe.com

Kasuistik zu Autoimmunerkrankung

Wüssten Sie, was hinter diesen Symptomen steckt?