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Trigeminusneuralgie bei MS besonders häufig

HAMBURG (nke). Mittel der ersten Wahl bei Patienten mit Trigeminusneuralgie sind die Antiepileptika Carbamazepin und Oxcarbazepin. Bei Patienten mit multipler Sklerose (MS) kann auch das Prostaglandin-Präparat Misoprostol eine Trigeminusneuralgie lindern. Eine Option ist auch die Radiotherapie.

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Trigeminusneuralgien kommen bei Patienten mit Multipler Sklerose überdurchschnittlich oft vor, wie Professor Andreas Straube vom Klinikum Großhadern beim Neurologenkongreß in Hamburg betont hat. Etwa ein bis zwei Prozent der MS-Patienten sind betroffen. In der Gesamtbevölkerung betrage die Prävalenz dagegen etwa 0,04 Prozent, so Straube.

Typisch für Trigeminusneuralgien sind einschießende Schmerzen im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Äste des Nerven. Charakteristisch ist, daß die Anfälle Sekunden bis zwei Minuten dauern, dazwischen gibt es schmerzfreie Intervalle. Später kann der Schmerz auch in einen Dauerschmerz übergehen. Die Ursache ist bis heute so gut wie ungeklärt. Auslöser der Anfälle kann die Berührung eines Triggerpunktes oder auch Kauen und Zähneputzen sein.

Bei der medikamentösen Therapie von Patienten mit Trigeminusneuralgie, die keine MS haben, sind nach Angaben von Straube vor allem Carbamazepin (300 bis 1200 mg) und Oxcarbazepin (300 bis 1800 mg) Medikamente der ersten Wahl. Auch andere Antiepileptika wie Gabapentin (1800 bis 3600 mg), Lamotrigin (200 bis 400 mg), Phenytoin (200 bis 400 mg), Topiramat (50 bis 400 mg) und Baclofen (50 bis 80 mg) sowie das Neuroleptikum Pimozid (4 bis 12 mg) sind wirksam.

Bei MS-Patienten mit Trigeminusneuralgie ist auch Misoprostol eine Therapie-Option. Straube zitierte Ergebnisse einer Studie mit 18 Patienten, wonach die dreimal tägliche Einnahme von 200 µg Misoprostol bei 78 Prozent der Patienten zu einer Linderung der Neuralgie führte. 44 Prozent waren sogar beschwerdefrei (J Neurol 5, 2003, 542).

Eine weitere Therapiemöglichkeit sei die Radiotherapie (Gamma Knife). Von neun Patienten mit Trigeminus-Neuralgie, die zuvor auf eine Therapie nicht angesprochen hatten, wurden nach einer Bestrahlung mit 75 bis 85 Gy acht Patienten ohne Medikamente schmerzfrei, einer hatte eine deutliche Reduktion der Schmerzen, so das Ergebnis einer von Straube vorgestellten Untersuchung des Zentrums München Nord.

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