Ärzte Zeitung, 14.09.2004

Konsensus zu symptomatischer MS-Therapie veröffentlicht

Erstmals Empfehlungen von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft / Ergänzung zur immunmodulatorischen Stufentherapie

HANNOVER (grue). Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) hat jetzt erstmals ein Konsensuspapier für die symptomatische Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) vorgestellt. Das Papier ergänzt die Behandlungsempfehlungen für die immunmodulatorische Therapie.

Die neuen Empfehlungen wurden vom Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes erstellt und sind vor kurzem in der Zeitschrift "Der Nervenarzt" (75, Suppl.1, Heft 8, 2004, 1) veröffentlicht worden. Unter Federführung dieser Expertengruppe wurden auch die bereits vorliegenden Konsensusempfehlungen zur immunmodulatorischen Stufentherapie erarbeitet, die zuletzt 2002 aktualisiert worden sind und von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) als Behandlungs-Leitlinien anerkannt sind.

Bei einer DMSG-Veranstaltung in Hannover sagte Professor Thomas Henze aus Nittenau, der an dem Konsensuspapier mitgearbeitet hat: "Für die Behandlung von Patienten mit MS-Symptomen gab es bisher keine klaren Vorgaben. Wir haben deshalb die aktuelle Literatur zur symptomatischen Therapie ausgewertet."

Das Konsensuspapier enthält Behandlungsempfehlungen zu den zehn wichtigsten MS-Symptomen. Dazu gehören Muskelschwäche, extreme Müdigkeit und Schmerzen. Zu jedem Symptom werden die Therapieziele genannt und die Behandlungsmöglichkeiten ausführlich erläutert: Bei MS-Patienten mit Spastik etwa sind Krankengymnastik, mehrere Medikamente und invasive Maßnahmen mit Botulinumtoxin und intrathekalem Baclofen aufgeführt.

Die Basis der antispastischen Behandlung ist die Physiotherapie, ergänzt durch eine medikamentöse Therapie mit Baclofen und Tizanidin. "Wir liefern mit dem Konsensuspapier einen umfassenden strukturierten Überblick zur symptomatischen MS-Therapie", sagte Henze.

Zusätzlich wurden Empfehlungen zur Rehabilitation und palliativen Behandlung in das Konsensus-Papier aufgenommen. Für die 130 000 MS-Kranken in Deutschland soll es auch bald eine Broschüre für Patienten zur symptomatischen Therapie geben.

Ärzte und Therapeuten können das Konsensuspapier "Symptomatische Therapie der Multiplen Sklerose" auch als Druckexemplar bei den DMSG-Landesverbänden oder dem Bundesverband (Tel. 0511/96 83 40) anfordern. Die Empfehlungen stehen zudem im Internet unter http://www.dmsg.de

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