Ärzte Zeitung, 18.01.2007

Weniger Schübe bei MS durch Parasiten?

MINNEAPOLIS (ddp.vwd). Patienten mit Multipler Sklerose (MS) haben weniger Krankheitsschübe, wenn sie mit Parasiten infiziert sind. Als Ursache wird die Wirkung der Parasiten auf regulatorische T-Zellen diskutiert.

Was bei Morbus Crohn bereits bekannt war, haben Forscher aus Argentinien jetzt auch für MS gezeigt: Parasiteninfektionen können den MS-Verlauf positiv beeinflussen ("Annals of Neurology" online).

MS-Patienten mit einem Parasitenbefall hatten seltener Krankheitsschübe als Patienten ohne Parasiten: Bei zwölf mit Parasiten infizierten MS-Kranken gab es innerhalb von 4,5 Jahren insgesamt drei Krankheitsschübe. Bei zwölf nicht infizierten MS-Patienten jedoch 56 Schübe. Von den infizierten Patienten erlitten lediglich zwei kurzfristige Verschlechterungen ihres Zustandes, wohingegen sich die Krankheit in der nicht infizierten Gruppe bei elf Patienten dauerhaft verschlimmerte.

Parasiten - wie etwa Spulwürmer - scheiden antientzündliche Moleküle aus, um eine Immunreaktion ihres Wirtsorganismus zu unterdrücken. Diese Moleküle erhöhen entweder die Zahl regulatorischer T-Zellen oder deren Aktivität. So könnten auch Autoimmunreaktionen bei MS gemindert werden, sagen die Forscher.

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