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Ein Krebsmittel bedeutet neue Hoffnung bei MS

BERLIN (gvg). Für Patienten mit Multipler Sklerose (MS) könnte das Krebsmittel Cladribin zu einer neuen Option werden. Das Unternehmen Merck Serono testet das Mittel jetzt in einer Phase-III-Studie.

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In Phase II-Studien hatte eine intravenöse Formulierung von Cladribin bei MS-Patienten zu einer teilweise über 90prozentigen Verringerung der Gadolinum-aufnehmenden ZNS-Läsionen in der Kernspin-Untersuchung geführt. Das ist beim Neurologen-Kongress in Berlin berichtet worden. Außerdem verringerte sich die Schubfrequenz um fast die Hälfte.

In der Phase-III-Studie wird jetzt eine oral einnehmbare Formulierung untersucht, wie Professor Robert Weissert von Merck Serono aus Genf berichtet hat. Das Besondere an dieser Therapie: Die Medikation wird zwei bis vier Monate lang alle vier Wochen jeweils fünf Tage eingenommen. "Danach folgt eine acht- bis zehnmonatige Therapiepause, in der sich das Immunsystem readjustieren kann", so Weissert auf der von Merck Serono unterstützten Veranstaltung. Das reduziere unerwünschte Wirkungen und eröffne neue Optionen für Kombinationstherapien.

Cladribin wird bisher zur Therapie bisher bei niedrig-malignen Leukämien eingesetzt. Die Substanz führt zu einer dosisabhängigen Lymphozytendepletion.

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