Ärzte Zeitung, 11.12.2007

Neue Substanzen gegen MS wirken gegen B-Zellen

BERLIN (gvg). Medikamente, die mit den B-Zellen des Immunsystems interagieren, könnten demnächst die Basistherapie bei MS erweitern. Zwei Studien zu diesen Substanzen wurden auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Berlin vorgestellt.

Der etwa aus der Onkologie bekannte Antikörper Rituximab von Roche Pharma wurde kürzlich bei schubförmiger Multipler Sklerose (MS) in einer Phase-II-Studie geprüft. Bei 104 Patienten verringerten sich die Gadolinium-aufnehmenden MS-Läsionen im ZNS nach 12, 16, 20 und 24 Wochen statistisch signifikant um über 90 Prozent. Die Patienten hatten zwei Infusionen mit Rituximab erhalten. Der Antikörper schaltet die B-Zellen aus - mit Ausnahme der frühen und sehr späten Reifungsstadien.

Eine weitere gegen B-Zellen gerichtete Therapie ermöglicht das Biological Atacicept, wie Professor Hans-Peter Hartung von der Universität Düsseldorf berichtet hat. Die Entwicklung von Atacicept wird vom Unternehmen Merck Serono voran getrieben. "Diese Substanz eliminiert nicht die B-Zellen, sondern interferiert mit B-Zell-Wachstumsfaktoren", sagte Hartung in Berlin. Das hemmt die Differenzierung der B-Lymphozyten, ohne dass die Zelllinie ganz ausgeschaltet wird.

Allerdings befindet sich die Entwicklung noch in einer frühen Phase. Zwei Phase-II-Studien, an der Patienten mit schubförmiger MS sowie mit Neuritis des Nervus opticus, einer frühen Form der MS, teilnehmen, beginnen gerade. "Gegen B-Zellen gerichtete Therapien dürften die therapeutischen Möglichkeiten bei Patienten mit MS deutlich erweitern", sagte Hartung.

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