Ärzte Zeitung, 27.04.2009

Begleitprogramm erhöht Compliance bei MS

Gute Compliance, hohe Therapiezufriedenheit: Das Unternehmen Bayer HealthCare hat eine Auswertung seines Begleitprogramms für MS-Patienten vorgelegt. Die Zahlen zeigen, dass die enge Anbindung an eine MS-Schwester die Patienten stabilisiert.

Von Philipp Grätzel von Grätz

MS-Patienten, die ohne begleitende Maßnahmen zurechtkommen müssen, laufen Gefahr, die Interferon-Therapie abzubrechen.

MS-Patienten, die ohne begleitende Maßnahmen zurechtkommen müssen, laufen Gefahr, die Interferon-Therapie abzubrechen.

Foto: bilderbox © www.fotolia.de

"Die Therapietreue ist eines der größten Probleme in der MS-Therapie", betonte Privatdozent Karl Baum vom MS-Zentrum der Klinik Hennigsdorf. Ohne begleitende Maßnahmen breche innerhalb von drei Monaten jeder vierte und innerhalb von zwölf Monaten jeder zweite Patient mit Interferon-Therapie die Behandlung ab. Dass es auch anders geht, das geht aus den Daten mehrerer Interferon-Studien hervor. In diesem kontrollierten Umfeld liege die Abbrecherquote nur bei etwa 8 bis 15 Prozent, so der Experte bei einer von Bayer HealthCare unterstützten Veranstaltung.

In Rahmen des mit finanzieller Unterstützung durch das Unternehmen realisierten Betreuungsprogramms Betaplus® wird seit mehreren Jahren versucht, eine solche enge Betreuung von Patienten, die mit Interferon beta-1b (Betaferon®) behandelt werden, auch in der Regelversorgung zu erreichen. Bei dem Programm werden derzeit etwa 10 000 Patienten von insgesamt 60 eigens dafür fortgebildeten MS-Schwestern betreut. Sie sind für die Patienten ein weiterer Ansprechpartner neben dem behandelnden Arzt.

"Die Hauptaufgabe der Schwester besteht in der intensiven persönlichen Beratung vor allem in den ersten sechs bis zwölf Monaten der Therapie", so Baum. Die Schwester ist außerdem für das Injektionstraining zuständig und fungiert generell als gut erreichbarer, niedrigschwelliger Ansprechpartner. Das zeigt Wirkung, wie Baum betonte.

"Wir erreichen im Betaplus®-Programm über zwei Jahre hinweg eine Quote von über 90 Prozent therapieadhärenter Patienten". Auf einer Schulnotenskala von eins (optimal) bis sechs werde die Patientenzufriedenheit im Mittel mit 1,17 angegeben. Und 96 Prozent der Patienten würden das Programm anderen MS-Patienten weiterempfehlen. Das Programm trage so eindeutig zur Sicherung eines langfristigen Therapieerfolgs bei.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

KBV und Psychotherapeuten kritisieren Honorarbeschluss

BERLIN. Der erweiterte Bewertungsausschuss hat am Mittwochnachmittag gegen die Stimmen der KBV einen Beschluss zur Vergütung der neuen psychotherapeutischen Leistungen gefasst. mehr »