Ärzte Zeitung, 11.07.2012

Sport lindert Multiple Sklerose

Körperliches Training tut gut bei Multipler Sklerose - das wissen aber die wenigsten MS-Patienten. Das zeigt eine Umfrage im Saarland.

Sport tut gut bei MS - das wissen aber die wenigsten

Viel körperliche Bewegung hilft Patienten mit Multipler Sklerose, im Alltag besser zurechtzukommen.

© picture alliance /dpa

PRAG (mut). Sport wirkt sich günstig auf die MS-Symptome aus, erhöht die Mobilität der Patienten und verbessert die Lebensqualität. Viel körperliche Bewegung hilft den Patienten auch, im Alltag besser zurechtzukommen.

All dies, so Stephanie Kersten vom Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Saarbrücken, ist längst bekannt und sollte dazu führen, dass MS-Kranke besonders viel Wert auf Ausdauertraining, Krafttraining oder Mannschaftssportarten legen.

Allerdings ist eher das Gegenteil der Fall: MS-Kranke bewegen sich nach der Diagnose seltener als zuvor und werden auch kaum von Ärzten oder Physiotherapeuten animiert, Sport zu treiben.

So lassen sich zumindest die Ergebnisse einer Umfrage bei 1100 MS-Kranken im Saarland interpretieren, die Kersten auf dem Kongress der European Neurological Society (ENS) in Prag vorgestellt hat.

Die Studienteilnehmer erhielten einen Bogen mit 35 Fragen. Etwa ein Viertel antwortete. Themen waren der Gesundheitszustand, Unabhängigkeit bei Alltagstätigkeiten sowie Art, Häufigkeit und Intensität von körperlicher Aktivität.

 Ergebnis: Nur 46 Prozent nahmen an regelmäßigen körperlichen Übungen oder Sport teil, vor der Diagnose waren es noch 59 Prozent.

Selten zum Sport ermuntert

Auf einer Skala von 1 (weniger als eine Stunde Sport pro Woche) bis 4 (mehr als vier Stunden) hatten sich die Patienten im Schnitt mit 3 bewertet, vor der MS-Diagnose waren es noch 3,5.

Auch wurden sie nur selten zum Sport ermuntert: Zwei Drittel hatten von Ärzten und Physiotherapeuten nichts über die günstigen Effekte von Sport bei MS erfahren.

Als Gründe für den Bewegungsmangel von MS-Patienten nannte Kersten nicht zuletzt Mythen und Fehlinformationen.

So befürchten manche Patienten sogar, dass Sport ihre Beschwerden verschlimmert, anderen wird empfohlen, sich nicht allzu sehr anzustrengen.

Generell, so Kersten, gebe es jedoch kaum Einschränkungen für MS-Patienten beim Sport.

Sie dürfen zwar richtig ins Schwitzen kommen und sich kräftig anstrengen, sie sollten sich aber nicht überanstrengen. Im Zweifel sollten sie sich eher einmal eine Pause gönnen.

Quelle: www.springermedizin.de

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