Ärzte Zeitung, 26.05.2004

Neuroleptika verlängern QTc-Strecke kaum

Mehrere Antipsychotika in Studie überprüft

NEW LONDON (mut). Die meisten der gebräuchlichen Neuroleptika haben nur einen geringen Einfluß auf die QTc-Strecke. Das hat eine Vergleichsstudie mit sechs antipsychotischen Substanzen ergeben.

In der Studie erhielten 183 Patienten zehn bis 20 Tage lang eine Monotherapie entweder mit Haloperidol, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon, Thioridazin oder Ziprasidon in therapieüblichen Dosierungen.

Zu Zeiten, in denen der Plasma-Spiegel der Medikation seinen höchsten Wert erreichte, wurden EKG-Ableitungen gemacht.

Im Anschluß wurde den Patienten zusätzlich ein Cytochrom-P450- Hemmer gegeben, um zu kontrollieren, ob eine Blockade des Abbauweges der Arzneien die QTc-Strecke zusätzlich verlängert. Dies könnte ein wichtiger Hinweis sein bei einer Komedikation, die das Cytochrom-P450-System beeinflußt.

Das Ergebnis: Keine der Arzneien verlängerte die QTc-Strecke um durchschnittlich mehr als 30 Millisekunden. Bei keinem der Patienten kam es zu einer QTc-Verlängerung, die den kritischen Wert von 500 Millisekunden überschritt. Die größte QTc-Verlängerung gab es mit Thioridazin (im Schnitt 30 msec), gefolgt von Ziprasidon (16 msec), Haloperidol (7 msec), Quetiapin (5,7 msec), Risperidon (knapp 4 msec). Die geringste Veränderung gab es bei Olanzapin mit 1,7 msec.

Erhielten die Patienten zusätzlich einen Cytochrom-P450-Hemmer, führte dies bei keiner der Arzneien zu einer signifikanten zusätzlichen QTc-Verlängerung (Journal of Clinical Psychopharmacology 24, 2004, 62).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »