Ärzte Zeitung, 08.04.2005

Neuroleptikum schützt Zellen im Gehirn

NEW YORK (mut). Eine Therapie mit dem atypischen Neuroleptikum Olanzapin (Zyprexa®) schützt Schizophrenie-Patienten vor dem Verlust grauer Hirnsubstanz, nicht aber eine Therapie mit dem klassischen Neuroleptikum Haloperidol. Das berichten US-Forscher aus New York in der aktuellen Ausgabe der "Archives of General Psychiatry" (62, 2005, 361).

Die Forscher hatten 263 Patienten aus Nordamerika und Europa nach einer ersten Schizophrenie-Episode entweder mit Olanzapin oder Haloperidol behandelt. Die Patienten sowie 58 gesunde Kontrollpersonen wurden nach zwei Jahren mit bildgebenden Verfahren untersucht. Die Patienten mit Haloperidol verloren etwa zwei Prozent der grauen Substanz, bei den Patienten mit Olanzapin und den Kontrollpersonen gab es keine Veränderungen.

Seit einiger Zeit ist bekannt, daß es bei Schizophrenie im Krankheitsverlauf zu Zell- und Volumenverlusten im Hippocampus, Temporal- und Frontallappen kommen kann. Diese gehen mit einer Symptomverschlimmerung einher.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »