Ärzte Zeitung, 08.09.2006

Neuroleptikum verbessert auch die Kognition

MÜNCHEN (sto). Das atypische Neuroleptikum Ziprasidon reduziert die Wahnsymptome bei schizophrenen Patienten. Außerdem wirkt es gut gegen Negativsymptome wie Sprach- und Motivationsschwierigkeiten. Dabei kommt es weder zu einer nennenswerten Gewichtszunahme noch zu einer Verschlechterung des Lipidprofils.

Die meisten Neuroleptika lindern bei Patienten mit Schizophrenie gut die Positivsymptome, also Wahn, Aufgeregtheit und Aggressivität. Schwieriger ist dagegen schon die Therapie bei ausgeprägten Negativsymptomen.

Diese reichen vom Unvermögen, richtige Sätze zu bilden, über Affektverflachung bis hin zu fehlender Initiative und Motivation. Deshalb sollte die Medikation so gewählt werden, daß möglichst keine Verstärkung dieser Symptome erfolgt, hat Professor Hans-Jürgen Möller von der Psychiatrischen Klinik der Universität München berichtet.

Atypische Neuroleptika wie Ziprasidon (Zeldox®) seien im Vergleich zu den klassischen Neuroleptika wesentlich wirksamer bei Negativ-Symptomen, sagte Möller auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer in München. Auch kognitive Beeinträchtigungen und depressive Symptome infolge einer Schizophrenie ließen sich mit atypischen Neuroleptika besser lindern.

Durch die Behandlung mit modernen Neuroleptika könne auch viel gegen eine soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung von Schizophrenie-Kranken getan werden, sagte Möller. Günstig für die Re-Integration sei zum Beispiel, daß bei einer Behandlung mit atypischen Neuroleptika extrapyramidale Symptome (EPS) und eine Gewichtszunahme nur noch selten auftreten. So lag die EPS-Rate mit Ziprasidon in klinischen Studien auf Placeboniveau.

Ziprasidon erhöht außerdem weder das Gesamt- noch das LDL-Cholesterin. Die Wahrscheinlichkeit, daß Ziprasidon Dyslipidämien, ein metabolisches Syndrom oder gar einen Typ-2-Diabetes induziert, sei sehr gering. Anfängliche Bedenken, die Substanz verlängere das QTc-Intervall und löse Herzarrhythmien aus, hätten sich im klinischen Alltag nicht bestätigt, berichtete Möller.

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