Ärzte Zeitung, 05.11.2007

Schizophrenie-Kranke profitieren von Wechsel

Ziprasidon lindert Symptome / Günstige Lipid-Effekte

WIEN (djb). Schizophrenie-Patienten, die bislang auf Antipsychotika nicht gut angesprochen oder die Arzneien nicht gut vertragen haben, profitieren von einer Umstellung auf Ziprasidon. Die psychischen Symptome gehen damit deutlich zurück. Zudem nimmt das Gewicht ab, und die Blutfettwerte werden besser.

Darauf deuten Daten einer achtwöchigen offenen Studie mit 312 bislang unzureichend behandelten Patienten. Die Daten hat Professor Peter Hofmann aus Graz bei einer Veranstaltung von Pfizer in Wien vorgestellt. Auf der Skala PANSS (Positive and Negative Syndrome Scale, maximal 210 Punkte) hatten die Patienten zu Beginn einen mittleren Punktwert von 87.

Zuvor waren sie ohne optimalen Erfolg mit Neuroleptika wie Olanzapin, Risperidon oder Haloperidol behandelt worden. 71 Prozent der Patienten wurden wegen mangelnder Wirksamkeit und 26 Prozent wegen unerwünschter Wirkungen wie Gewichtszunahme, Hyperprolaktinämie, Sedierung oder sexueller Dysfunktion umgestellt. Sie erhielten für zwei Tage Ziprasidon (Zeldox®) in einer Dosierung von 80 mg pro Tag, danach erfolgte eine individuelle Dosisanpassung mit 40 mg bis 160 mg täglich.

Wie Hofmann berichtete, hatte der PANSS-Gesamtwert nach acht Wochen im Durchschnitt um 13 Punkte abgenommen. Auch der klinische Gesamteindruck, die physische, emotionale und kognitive Funktion der Patienten sowie das subjektive Wohlbefinden hatten sich signifikant gebessert.

Positive Effekte machten sich auch bei den metabolischen Parametern bemerkbar, so Hofmann. Das Körpergewicht ging um durchschnittlich 1,5 kg zurück. Die Lipidwerte wurden signifikant besser. So sank etwa das Gesamtcholesterin um 14  mg/dl und das LDL-Cholesterin um 11  mg/dl, das HDL-Cholesterin nahm um 1,4 mg/dl zu.

Extrapyramidale Symptome und Störungen der sexuellen Funktion nahmen nach der Umstellung signifikant ab. Die Rate der Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse lag bei 11 Prozent. Insgesamt beendeten 27 Prozent der Patienten die Studie vorzeitig.

Mehr Informationen zur Schizophrenie unter: www.aerztezeitung.de. Dazu den Begriff "Schizophrenie" oben rechts im Feld "suchen" eingeben!

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