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Schlafmittel-Klassiker erhält Auszeichnung

HAMBURG (eb/ner). Das Hypnotikum Chloraldurat® von Pohl-Boskamp ist mit dem H. G. Creutzfeldt-Arzneimittelpreis 2006 ausgezeichnet worden. Das seit mehr als 100 Jahren bekannte Mittel sei zu Unrecht von anderen Schlafmitteln in den Hintergrund verdrängt worden, so das Fazit der Jury.

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Chloralhydrat beeinflusse weder das Wechselspiel zwischen REM- und Non-REM-Schlaf, noch werde das Konzentrationsvermögen, die motorische Koordination oder die Vigilanz beeinträchtigt, sagte Laudator Professor Wolf-Dieter Gerber vom Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universität Kiel bei der Preisverleihung in Hamburg. Dementsprechend würden am Tag nach der Einnahme des Mittels keine für die Sicherheit wichtigen Fähigkeiten beeinträchtigt.

Aufgrund seiner Eigenschaften sei das Präparat besonders bei Ein- oder Durchschlafstörungen alter Menschen zu empfehlen, so der Geriater Professor Jörg Schulz vom Klinikum Buch in Berlin. So ist die Weckschwelle trotz Einnahme des Hypnotikums niedrig, die Patienten sind leicht erweckbar, wachen etwa bei Harndrang von allein auf und können sicher zur Toilette gehen. Die Mobilität und die zerebrale Durchblutung werden durch das Arzneimittel nicht gestört.

In Studien ist bei der Therapie mit dem Präparat eine Verbesserung der Schlafarchitektur registriert worden. Die Einschlafzeit und die Dauer nächtlichen Wachliegens würden verkürzt, die Tiefschlafphasen nähmen zu und die REM-Phasen normalisierten sich, sagte Gerber. Auch werde die Substanz gut vertragen.

Schlafdauer und -stadien verändern sich im Laufe des Lebens. Schulz wies darauf hin, daß vor Beginn einer Pharmakotherapie schlafstörende Faktoren wie Lärm oder Zeitverschiebung bei Reisen sowie psychogene und somatische Faktoren verändert werden müßten.

Der Arzneimittelpreis des Kieler H. G.-Creutzfeldt-Instituts wird jährlich an sehr wirksame, gut kombinierbare und wirtschaftliche Medikamente vergeben.

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