Direkt zum Inhaltsbereich

Schmerzkranke haben oft Angst und Depressionen

FRANKFURT AM MAIN (ner). Schmerzsyndrome und Schlafstörungen beeinflussen sich gegenseitig. So treten bei drei von vier Schmerzpatienten Schlafstörungen auf. Umgekehrt werde das Schmerzempfinden bei gestörtem Schlaf verstärkt und die Vulnerabilität für psychische Krankheiten erhöht, berichten Psychiater.

Veröffentlicht:

21 Prozent der chronisch Schmerzkranken haben affektive Störungen wie Depressionen oder Dysthymien und 35 Prozent haben Angststörungen, sagt Professor Hans-Peter Volz aus Werneck. Damit kommen psychische Störungen bei Schmerzpatienten doppelt so häufig vor wie in der Allgemeinbevölkerung.

Aus dem Bundesgesundheitssurvey geht nach Angaben von Volz hervor, dass Angststörungen um so häufiger auftreten, je stärker die Schmerzsymptomatik ist. Auch umgekehrt gelte der Zusammenhang, sagte er bei einer von Pfizer unterstützten Veranstaltung beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main. Es komme also darauf an, bei Schmerzpatienten komorbide psychiatrische Störungen nicht zu übersehen. Allgemeinmediziner und Nervenärzte sollten nicht vergessen, bei depressiven Patienten oder bei Klagen über Schlafstörungen gezielt nach Schmerzsyndromen zu fragen.

Kombitherapie gegen Schmerz und psychische Störungen

Grund für die Komorbiditäten ist nach Angaben des Regensburger Schlafforschers Professor Göran Hajak, dass die Störungen großenteils über gemeinsame neuronale Verbindungen, etwa im aminergen Neurotransmittersystem, gesteuert werden.

Praktische Konsequenz aus den gehäuft gemeinsam auftretenden Störungen sind Kombinationstherapien mit Analgetika, Hypnotika, Psychopharmaka in Verbindung mit psychotherapeutischen Angeboten. Die medikamentösen Optionen sollten möglichst sowohl die Angststörung als auch die Schmerzen günstig beeinflussen, so Volz. Diese Bedingung erfülle von allen Medikamenten, die derzeit für die generalisierte Angststörung zugelassen sind, ausschließlich Pregabalin (Lyrica®).

Zudem würden wegen der vielseitigen Wirkmechanismen auch Schlaf und Stimmung positiv beeinflusst. Pregabalin moduliert den Kalziumeinstrom in die Nervenzellen. Dadurch werden bei neuronalen Übererregungszuständen, wie sie etwa bei neuropathischen Schmerzen vorkommen, vermindert exzitatorische Transmitter wie Glutamat ausgeschüttet. Pregabalin ist bei peripheren und zentral bedingten neuropathischen Schmerzen zugelassen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder

Einschlafhilfe: Pädiater warnen vor melatoninhaltigen Gummibärchen

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie Teamgeist eine Mannschaft beflügelt

Lesetipps
Eine bleibende Diskussion: Betablocker nach Herzinfarkt.

© Jakub Krechowicz / Stock.adobe.com

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Nahaufnahme der rechten Wange eines Patienten mit Acne vulgaris.

© soupstock / stock.adobe.com

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist