Ärzte Zeitung, 10.07.2009

Schlafapnoe-Syndrom bei Kindern? Oft hilft Op

Bei adenotonsillärer Hyperplasie bringt Adenotonsillektomie deutliche Erfolge

BADEN-BADEN (kat). Bei Erwachsenen mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom ist die CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)-Behandlung die Therapie der ersten Wahl. Bei Kindern sei dagegen dem operativen Eingriff durch einen HNO-Arzt der Vorzug zu geben, so Dr. Matthias Berger aus Karlsruhe beim MedCongress in Baden-Baden.

Anders als Erwachsene fallen Kinder mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) nicht durch Tagesmüdigkeit auf. Sie sind eher aggressiv und agitiert, was oftmals zur Verwechslung mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom führe, so der Hals-Nasen-Ohren-Arzt vom Schlaf- und Atemzentrum des Städtischen Klinikums.

Generell müsse bei Kindern mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom zwischen der syndromalen Form, zum Beispiel als Folge eines Treacher-Colins (auch Franceschetti-Syndrom) und einem OSAS bei prinzipiell gesunden Kindern unterschieden werden, die nur eine adenotonsilläre Hyperplasie aufweisen.

Bei klinisch eindeutigem obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom und ohne Verdacht auf andere Ursachen könnte in diesen Fällen eine Adenotonsillektomie deutliche Erfolge bringen. In der Folge der Operation bessern sich, wie Studien belegt haben, die Schulleistungen der Kinder und die Aufmerksamkeit. Die Kinder holen insgesamt auf. Eine CPAP-Therapie kann den Kindern erspart werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »