Ärzte Zeitung, 25.03.2010
Chronoforscher gegen Zeitumstellung
HAMBURG (dpa). Die anstehende Zeitumstellung bringt nach
Ansicht von Wissenschaftlern die innere Uhr aus dem Rhythmus. Dies
berge gesundheitliche Risiken, so der Chronoforscher Professor
Horst-Werner Korf aus Frankfurt. "Die Auswirkungen können bis hin
zu Veränderungen von Puls und Blutdruck gehen", sagte Korf.
Es
gebe auch Untersuchungen, die belegen, dass es am Montag nach der
Zeitumstellung vermehrt zu Verkehrsunfällen kommt.Die Sommerzeit
sei nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich,
ergänzte der Schlafforscher Professor Jürgen Zulley in der
"Zeit". "Es würde unserer Biologie eher entsprechen, in der
Winterzeit zu bleiben." Neue Untersuchungen zeigten, dass sich die
Zeitumstellung nicht nur kurzfristig negativ auf die Gesundheit
auswirkt - vielmehr störe sie sieben Monate lang bis zum Anfang
der Winterzeit die innere Uhr einer Mehrheit der Bevölkerung.
"Richtig
gewöhnen werden wir uns daran nie", weiß auch der
Münchener Chronobiologe Dr. Till Roenneberg aus seinen Forschungen
über den Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Sommerzeit sei ein "von oben
diktierter Eingriff in unser biologisches Zeitsystem", sagte er der
"Zeit".
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