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Viele Raucher müssen zum Aufhören erst motiviert werden

MÜNCHEN (wst). Herkömmliche Tabak-Entwöhnungsprogramme setzen abstinenzwillige Raucher voraus. Umfragen zufolge wollen aber 75 Prozent aller Raucher aktuell gar nicht aufhören oder haben sich noch gar keine Gedanken darüber gemacht. Neue Motivationsstrategien sind offensichtlich nötig.

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Eine Arbeitsgruppe um die Psychologin Karin Metz vom Münchner Institut für Therapieforschung hat ein auf Reha-Kliniken zugeschnittenes Konzept entwickelt, um in sechs je 60- bis 90minütigen Sitzungen über drei bis sechs Wochen bei Rauchern die Absicht zur Tabakabstinenz zu wecken.

Um nicht von vornherein abzuschrecken, wird in der Programmwerbung das Wort "aufhören" ebenso wie der mahnende Zeigefinger vermieden; vielmehr wird eine spielerische Beschäftigung mit dem Thema Rauchen angeboten, berichtete Metz bei einem Kongreß für Suchtmedizin in München.

Die stationäre Situation in Reha-Kliniken, wo Patienten etwas leichter Zeit für etwas finden, das ihnen auf den ersten Blick nicht so wichtig erscheint, könnte der Akzeptanz des Motivationsprogramms durchaus entgegenkommen.

Ideal für das Programm ist eine Gruppe aus sechs bis acht Rauchern. Mit ihnen wird versucht, über in Quiz- und Rollenspiele eingebettete Informationen zum Rauchen und eine zunächst wertfreie Analyse des eigenen Rauchverhaltens ein wachsendes Problembewußtsein zu erzeugen.

Stunde um Stunde sollen sich die Teilnehmer mit einer sowohl die emotionale wie die kognitive Ebene ansprechenden Methodik vom überzeugten Raucher über den Zweifler zum Abstinenzwilligen, der dann ein etabliertes Entwöhnungsprogramm in Anspruch nimmt, entwickeln.

Eine erste Pilotstudie zur Akzeptanz des Programms verlief hoffnungsvoll. In einer am Schulnotensystem orientierten Patientenbefragung erhielt keine der sechs Sitzungen eine schlechtere Note als drei, und die Durchschnittsnote lag bei exakt zwei.

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