Immer mehr Deutsche konsumieren Cannabis

HAMM (ras). Zwei Drittel aller Patienten, die im Jahr 2002 die ambulante Suchthilfe in Anspruch genommen haben, leiden an einer Alkoholabhängigkeit oder trinken übermäßig Alkohol. Das geht aus der Jahresstatistik der ambulanten Suchtkrankenhilfe hervor. Besorgniserregend ist die gestiegene Zahl der Cannabis-Konsumenten.

Veröffentlicht:

Für 9,5 Prozent aller Patienten in ambulanten Beratungsstellen war Cannabis im Jahr 2002 die Hauptdroge gewesen, eine Steigerung von 10,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2001. Die Jahresstatistik 2002 der ambulanten Suchtkrankenhilfe in Deutschland wurde kürzlich in der Zeitschrift "Sucht" (Sonderheft 1, 2003) von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen veröffentlicht.

Die Ergebnisse basieren auf Daten von 161 553 Patienten aus 454 ambulanten Spezialeinrichtungen für Menschen mit substanzbezogenen Störungen in Deutschland. Nach diesen Zahlen leiden 67 Prozent der Patienten an einer Alkoholabhängigkeit. Bei 14 Prozent der Betroffenen ist eine opiatbezogene und bei 9,5 Prozent eine cannabisbezogene Abhängigkeit festgestellt worden. Dabei wird derzeit Cannabis zumeist als Hauptsubstanz konsumiert und tritt nicht mehr so sehr - wie in früheren Jahren - als Begleitsubstanz zu Heroin oder Kokain auf.

Generell findet Cannabis nicht nur in Deutschland erhöhten Zuspruch, sondern auch in Europa und dem außereuropäischen Ausland. Auch die Zahl der polizeilich erfaßten Delikte, die im Zusammenhang mit Cannabis stehen, sind in den Jahren 2001 und 2002 (jeweils rund 94 000 Delikte) im Vergleich zu den Vorjahren drastisch angestiegen.

Und noch eine Trendwende stellen die Autoren Karin Welsch und Dilek Sonntag bei der Deutschen Suchtkrankenhilfestatistik 2002 fest: Die öffentliche Diskussion über Cannabis werde zur Zeit stärker von seinem möglichen therapeutischen Nutzen als von den Risiken bestimmt.

Dies liege vor allem daran, daß Cannabis Anfang September 2003 in den Niederlanden unter besonderen Umständen als Medikament zugelassen worden ist. Diese Entwicklung, so die Schlußfolgerung der Autoren, wird offenbar in der Öffentlichkeit "fälschlicherweise als Schritt zur Liberalisierung des alltäglichen Gebrauchs mißverstanden".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Urteil zur Substitutionsbehandlung

Methadon-Praxis darf nicht beliebig erweitert werden

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Krankenhaus beim Essen.

© fresnel6 / stock.adobe.com

Neue S3-Leitlinie

Ernährungs-Screening bei Menschen mit Krebs sollte Routine werden

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe