Ärzte Zeitung, 17.02.2004

Alkohol: Junge Leute informieren sich im Internet

OTAGO (ug). Über die Gefahren des Alkohols klärt man junge Leute am besten über das Internet auf. Das ist ein Ergebnis einer Meta-Analyse von Studien zu diesem Thema.

15- bis 24jährige, die Probleme mit Alkohol haben, scheuen davor zurück, das Thema bei einem Arztbesuch anzusprechen. Sie haben Angst, abgeurteilt zu werden. Deshalb sei es am besten, über das Internet zu informieren, so das Team um Dr. Kypros Kypri von der Universität in Otago in Neuseeland.

Vor allem Studenten zögen das einem Gespräch vor. So könnten sie ihr eigenes Trinkverhalten mit dem von Altersgenossen vergleichen und es dann auch ändern, ohne sich outen zu müssen.

Dennoch raten die Wissenschaftler Ärzten, das Thema Alkohol bei jungen Menschen, die immer wieder Probleme mit dem Trinken haben, anzusprechen, heißt es in der Pressemitteilung der neuseeländischen Uni. Ein Gespräch von zehn bis 15 Minuten, in dem auf die Gesundheitsgefahren aufmerksam gemacht und medizinischer Rat gegeben wird, reicht schon.

Denn eine kurze Intervention ist genauso effektiv wie ein langes ärztliches Gespräch, ist ein weiteres Ergebnis der Studie. Und bei Jugendlichen hat man so mehr Chancen, sie wirklich zu erreichen.

Die Ergebnisse der Studie werden in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift "Alcoholism: Clinical & Experimental Research" veröffentlicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »