Direkt zum Inhaltsbereich

Wer raucht, wird bald mehr Prämie zahlen

WIESBADEN (ost). Raucher, die eine Lebensversicherung abschließen wollen, werden sich künftig auf höhere Prämien einstellen müssen. Denn die sogenannte Übersterblichkeit war bisher bei der versicherungsmedizinischen Einschätzung nicht adäquat berücksichtigt worden.

Veröffentlicht:

Die gesundheitlichen Risiken des Rauchens sind zwar seit langem auch in der Versicherungsmedizin bekannt, wurden bisher offenbar aber deutlich unterschätzt. Das belegt die "Leben-Tarifierungsstudie 2000" der Schweizer Rückversicherung (Swiss Re), die sich durch eine sehr lange Beobachtungsperiode von 40 Jahren (1956 bis 1996) und durch die große Zahl von gut 200 000 ausgewerteten Versicherungspolicen auszeichnet (Versicherungsmedizin 56, 2004, 72).

Es zeigt sich, daß Raucher an natürlichen Todesursachen wie Tumoren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rund doppelt so häufig starben wie Nichtraucher, wobei das Risiko deutlich abhängig war von der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten.

Eine entsprechende Erhöhung des Todesfallrisikos ergab sich nicht nur bei gesunden Menschen, sondern auch bei der Kombination von Rauchen mit Krankheitsbildern wie etwa der Hypertonie. Selbst bei Fällen mit nur grenzwertiger systolischer Hypertonie (140 bis 160 mmHg) hatten Raucher gegenüber normotensiven Nichtrauchern ein um das 2,24 fache erhöhte Todesfallrisiko. Als extrem hohes Risiko erwies sich schließlich eine Kombination der Suchtmittel Rauchen und Alkohol: Hier war das Todesfallrisiko auf das 7,5fache erhöht.

Diese ausgeprägte Übersterblichkeit war bisher bei der versicherungsmedizinischen Einschätzung von Anträgen auf Lebensversicherungen nicht adäquat berücksichtigt worden. Das heißt, die für Raucher erhobenen Risikozuschläge erwiesen sich als deutlich zu niedrig. Die Autoren der "Leben-Tarifierungsstudie 2002" fordern daher, daß Rauchen beim Abschluß von Lebensversicherungsverträgen in Zukunft wesentlich strenger tarifiert werden müsse, um eine adäquate Einschätzung dieser Risiken zu gewährleisten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Lesetipps
Akte im Hängeregister mit der Aufschrift Gewerbesteuer.

© Torsten Sukrow / SULUPRESS.DE / picture alliance

Freiberuflichkeit

Viele Angestellte machen aus einer Arztpraxis noch lange kein Gewerbe