Ärzte Zeitung, 28.06.2004

Caspers-Merk besorgt über hohen Cannabis-Konsum

Neue Studie des Ministeriums: Vor allem junge Männer kiffen

BERLIN (HL). Als "besorgniserregend" bewertet das Bundesgesundheitsministerium den Anstieg des Cannabis-Konsums vor allem jüngerer Menschen und die steigende Behandlungsbedürftigkeit von Konsumenten dieser Droge.

Anläßlich des Weltdrogentags am vergangenen Samstag hat das Bundesgesundheitsministerium eine von ihm in Auftrag gegebene Studie über "Cannabisbezogene Störungen - Umfang, Behandlungsbedarf und Behandlungsangebot in Deutschland" veröffentlicht. Danach haben über neun Millionen Menschen in Deutschland bereits Erfahrung mit dem Konsum dieser Droge. Bei 400 000 Menschen wird ein mißbräuchlicher Konsum festgestellt.

In der Altersgruppe der 18- bis 29jährigen hat die Verwendung von Cannabis zwischen 1992 und 2002 um das 2,7fache zugenommen. Zugleich hat sich die Behandlungsnachfrage durch Personen, die unter Gesundheitsstörungen wegen ihres Cannabis-Konsums leiden, extrem erhöht. Die Zahl der in den ambulanten Beratungsstellen erfaßten Fälle stieg zwischen 1992 und 2001 fast um das Sechsfache auf über 14 700 Fälle.

Betroffen sind vor allem junge Männer. Der typische Cannabisklient einer ambulanten Beratungsstelle ist männlich, zwischen 18 und 24 Jahren und meist noch in der Ausbildung. Die Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Drogenkonsum und sozialen Anpassungsschwierigkeiten sowie Problemen in der Schule und der Ausbildung.

44 Prozent der Cannabisklienten bewerten das Angebot der ambulanten Beratungsstellen als zufriedenstellend; die Kompetenz der Mitarbeiter wird hoch eingeschätzt.

Nach Auffassung der Parlamentarischen Staatssekretärin Marion Caspers-Merk muß das Behandlungsangebot weiter verbessert und gezielt auf junge Cannabis-Konsumenten ausgerichtet werden.

http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/praevention/drogen/2386.cfm

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