Ärzte Zeitung, 06.09.2004

Mehr Männer als Frauen beenden das Rauchen

MÜNCHEN (sto). Raucher lassen nach einem Herzinfarkt häufiger als Raucherinnen die Finger von den Zigaretten. Das hat jetzt eine Untersuchung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ergeben.

In der Analyse, die vom Bundesforschungsministerium und der deutschen Rentenversicherung gefördert wurde, befragten Wissenschaftler aus dem Humanwissenschaftlichen Zentrum der LMU München 300 Männer und 200 Frauen nach einem Herzinfarkt über ihr Gesundheitsverhalten.

42 Prozent der männlichen und 41 Prozent der weiblichen Patienten waren zum Zeitpunkt des Infarktes Raucher gewesen. Nach der Entlassung aus dem Akutkrankenhaus rauchten nur noch vier Prozent der Männer. Bei den Frauen waren es neun Prozent, teilte Privatdozentin Ursula Härtel mit.

Anderthalb Jahre später waren zwölf Prozent der Männer wieder regelmäßige Raucher. Bei den Frauen betrug der Anteil dagegen 16 Prozent, bei den Frauen unter 55 Jahren sogar 30 Prozent. Die Männer waren zu diesem Zeitpunkt außerdem sportlich wesentlich aktiver als Frauen. Dafür schafften es mehr Frauen, sich dauerhaft gesünder zu ernähren als vor der Krankheit.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »