Ärzte Zeitung, 18.05.2005

Immer mehr Frauen greifen zur Zigarette

Seit Jahren steigt der Anteil der Raucherinnen kontinuierlich, die Zahl der jungen Raucher geht dagegen zurück

HAMM (akr). Immer weniger Männer rauchen, aber dafür nimmt die Zahl der Nikotinkonsumenten unter jungen Menschen und Frauen zu. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren (DHS) fordert den Ausbau von Präventionsangeboten sowie das Verbot von Werbung und Zigarettenautomaten, um die gefährdete Zielgruppe zu schützen.

Vor allem bei Männern zwischen 25 und 39 Jahren sinkt die Zahl der Raucher. Zwischen 1990 und 2003 ist die Rate der Nikotinkonsumenten in dieser Gruppe von 50,3 Prozent auf 38,9 Prozent gefallen. Das geht aus der jüngsten Repräsentativerhebung des Instituts für Therapieforschung hervor, die die DHS jetzt veröffentlichte.

Danach ist jeder neunte der 18- bis 59jährigen nikotinabhängig. 37,1 Prozent der Männer und 30,5 Prozent der Frauen greifen regelmäßig zu Zigaretten, vor zehn Jahren waren es bei den Männern noch 42,8 Prozent und 29,3 Prozent bei den Frauen.

"Die Raucherrate der Männer und Frauen gleicht sich immer mehr an", sagt der stellvertretende DHS-Geschäftsführer Dr. Rafael Gaßmann. In der Altersgruppe der 18- bis 24jährigen ist der Anteil der Männer und Frauen, die täglich mehr als 20 Zigaretten konsumieren, mit 6,7 Prozent und 6,6 Prozent fast identisch.

Die DHS fordert deshalb den Ausbau von Präventionsprogrammen, die aus Steuern für Suchtstoffe finanziert werden sollen. Außerdem müsse die Altersgrenze für den Verkauf angehoben werden, sagt Gaßmann. In Spanien etwa dürfen Tabakwaren nur an über 18jährige abgegeben werden. Gleichzeitig müsse der Verkauf über Automaten abgestellt werden, denn hier versorgten sich gerade jüngere Konsumenten.

"In Deutschland gibt es mit 800 000 achtmal mehr Zigarettenautomaten als Briefkästen", berichtet er. In den übrigen EU-Ländern zusammen gäbe es nur 400 000 Automaten, in einigen Staaten wie Frankreich gar keine. Auch ein Verbot von Tabakwerbung hält er für erforderlich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »