Ärzte Zeitung, 02.09.2005

Ecstasy scheint Gedächtnis dauerhaft zu schaden

Knapp 60 Prozent der ehemaligen Konsumenten haben kognitive Störungen / Studie von Hamburger Forschern

HAMBURG (nie). Dauerhafter Konsum von Ecstasy kann zu anhaltenden zu Gedächtnisschäden führen. Darauf deutet eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

"Das neurotoxische Potential von Ecstasy ist wesentlich höher als das von Kokain, Cannabis und Amphetaminen", sagte der Leiter der Studie, Professor Rainer Thomasius von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKE.

In der Studie wurden 120 Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe mit aktuellen Ecstasykonsumenten, eine mit ehemaligen Konsumenten, eine mit Personen, die Cannabis, Amphetamine oder Kokain konsumierten, und eine mit Personen ohne Drogenkonsum.

Die Hälfte der aktuellen und 59 Prozent der ehemaligen Ecstasykonsumenten hatten kognitive Störungen. Auch noch fünf Monate nach Beendigung des Ecstasykonsums waren diese Beeinträchtigungen bei einigen Konsumenten nachweisbar. Zudem hatten Ecstasykonsumenten wesentlich häufiger Depressionen und Angstzustände als Konsumenten anderer Drogen.

Ecstasykonsumenten fielen durch eine verminderte Merkfähigkeit, Lernstörungen, Probleme bei der Wortfindung und Verlust von Zeitgefühl auf, berichtete Thomasius. Neu Erlerntes konnten sie in Tests nicht mehr so gut im Langzeitgedächtnis ablegen.

Da aktuelle und ehemalige Ecstasykonsumenten nahezu gleichermaßen betroffen waren, müsse davon ausgegangen werden, daß sich diese Gedächnisstörungen nicht mehr zurückbilden.

Bei 73 Prozent der aktuellen Ecstasykonsumenten stellten die Forscher zudem eine schwere Abhängigkeit von der Substanz fest. Jeder fünfte, der mit Ecstasy in Kontakt kommt, wird abhängig, sagte Thomasius. Der ersten Kontakt mit der Droge erfolge oft schon im Alter von elf bis zwölf Jahren. Vor der Partydroge müßte daher verstärkt gewarnt werden.

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