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Neue Raucherambulanz hilft beim Aufhören

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In Deutschland sterben jährlich 140 000 Menschen an den Folgen ihrer Nikotinsucht. Die Raucherambulanz Dresden (RAD) bietet seit kurzem eine neue Therapie zum Ausstieg aus der Sucht an.

Zwei Jahre lang entwickelte der Psychologe Stephan Mühlig mit seinen Mitarbeitern an der TU Dresden das neue Programm einer individuell abgestimmten Therapie, die verschiedene Methoden miteinander kombiniert.

Verhaltenstherapie in Kombination mit Arzneien

Wie RAD-Chef Mühlig, der "selbst 30 Jahre schwer geraucht und mit viel Quälerei aufgehört" hat, erklärt, werden nur wissenschaftlich gesicherte Verfahren genutzt. "Wir verzichten auf Akupunktur oder Hypnose, weil diese ohne langfristige Effekte sind", sagt der Psychologe. Genutzt werden hingegen verhaltenstherapeutische Verfahren und Medikamente, um Entzugserscheinungen zu lindern.

Im Vorfeld füllen die Kursteilnehmer einen Fragebogen aus, in dem ihr Suchtverhalten, vor allem aber auch mögliche Störungen wie eine Depression oder Aufmerksamkeitsdefizite erfaßt werden. Derartige Störungen müssen, wie Mühlig betont, gezielt in die Behandlung einbezogen werden, um unerwünschte Nebeneffekte der Therapie zu vermeiden.

Unter Rauchern finde man eine erhöhte Rate von Depressionen, da Nikotin ansatzweise den Effekt eines Antidepressivums habe. Höre man also zu Rauchen auf, werde die Depression schlimmer, erläutert Mühlig.

In den zehn Therapiesitzungen des Kurses wird vor allem aufgeklärt: über die Entstehung der Sucht, Gesundheitsrisiken und Umwelteinflüsse. Es wird aber auch motiviert, ein Rückfallplan erstellt und gemeinsam geübt, "Nein" zu sagen.

Die Psychologiestudentin und Mitarbeiterin am Institut Simone Heinze hat am ersten Kurs der RAD teilgenommen: "Ich habe zehn Jahre geraucht, und der erste rauchfreie Tag war der allerschlimmste", resümmiert sie. Vor allem habe sie unter schweren Konzentrationsstörungen gelitten. Heute denkt sie jedoch nicht mehr oft an das Rauchen.

Aufhörer-Quote lag laut Ambulanz bei 100 Prozent

Wie Mühlig sagt, lag die Aufhörer-Quote nach den Kursen bisher bei 100 Prozent. Aber Aufhören bedeutete nicht, es für immer sein zu lassen. Dabei verweist er auf einen Ausspruch des Autors Mark Twain: "Mit dem Rauchen aufzuhören ist leicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft."

Um deshalb die Rückfallquote nach den Kursen deutlich zu senken, werden die Teilnehmer nach Kursende noch einige Monate telefonisch von den Psychologen betreut. Zudem werden die Kurse wissenschaftlich ausgewertet und entsprechend weiter entwickelt. Der Kurs mit acht bis zwölf Teilnehmern kostet 100 Euro. (ddp.vwd)

Informationen finden Sie auch im Internet unter www.tu-dresden.de

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