Ärzte Zeitung, 09.01.2006

Spanien als rauchfreie Zone

Eines der strengsten Anti-Tabak-Gesetze Europas

MADRID (mame). Das Raucherparadies Spanien ist seit dem 1. Januar so gut wie qualmfrei. Die sozialistische Regierung von Gelegenheitsraucher José Luis Rodríguez Zapatero hat ab Neujahr eines der strengsten Anti-Tabak-Gesetze in ganz Europa eingeführt.

Schulen, Sportstätten, Krankenhäuser, Banken, generell alle öffentlichen Einrichtungen, zu denen auch Minderjährige Zutritt haben, sind nun raucherfreie Zonen. Vor Geldautomaten und in Fahrstühlen ist Rauchen vollkommen verboten.

Am Arbeitsplatz darf es nicht einmal mehr Raucherecken geben. Wer trotzdem mit Zigarette in raucherfreien Zonen erwischt wird, muß 30 Euro bezahlen. Wird er mehrmals ertappt, kann das bis zu 600 Euro Bußgeld kosten.

In Kneipen, die kleiner sind als 100 Quadratmeter, dürfen Wirte selbst entscheiden, ob geraucht werden darf oder nicht. Sie müssen im Lokal dann allerdings Belüftungsanlagen installieren. In Gaststätten über 100 Quadratmeter darf zukünftig nur in abgetrennten und eigens ventilierten Raucherzonen gequalmt werden.

Selbst vom Hinweis auf Millionen-Ausfälle aus der Tabaksteuer läßt sich die Regierung nicht beeindrucken. Sie hält der Tabakindustrie die hohen Kosten für das staatliche Gesundheitssystem vor: Allein 2003 mußten 3,6 Milliarden Euro für die Behandlung gegen nikotinbedingte Krankheiten aufgebracht werden.

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