Ärzte Zeitung, 19.01.2006

Wirbel um "Flatrates" in Kneipen

Suchtexperten warnen vor Folgen und pochen auf Jugendschutz-Bestimmungen

HANNOVER (dpa). Die Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren warnt vor sogenannten "Flatrates" in einigen Bars und Discos in Hannover, wo Jugendliche gegen einen Eintrittspreis so viel trinken dürfen, wie sie wollen - oder können.

Die Eintrittspreise liegen in hannoverschen Bars und Discotheken bei vier bis acht Euro, dann fließt Prosecco, Wodka Lemon und Gin Tonic in Strömen. "Ich finde das von den Wirten verantwortungslos", sagt der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren, Rolf Hüllinghorst.

Dieser Szene-Trend sei ihm bundesweit so noch nicht aufgefallen. Beim Alkoholkonsum ist Deutschland unter den Spitzenreitern in der Welt und rangiert auch in der Europäischen Union weit vorne. Hüllinghorst fordert, bei den Betrieben mit Dumpingangeboten für Alkohol verstärkt zu kontrollieren, daß sie die Jugendschutz-Bestimmungen einhalten.

Die Polizei ist besorgt. Sie beobachtet, daß zunehmend jüngere Leute immer mehr Alkohol trinken und es auch vermehrt zu Randalen vor Discotheken kommt. Auch Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) appelliert an das Verantwortungsgefühl der Betreiber und das der jungen Leute.

Der Geschäftsführer einer betroffenen Bar in Hannover, Jan Witte, will von wilden Alkohol-Partys nichts wissen. "Mein Club ist kein Besauf-Laden und hat kein Schützenfest-Niveau."

Auf der Internetseite seines Lokals lockt er mit dem Spruch: "Für alle, die den Hals nicht voll kriegen können, gibt's jetzt jeden Donnerstag die Flatrate." Die Gäste könnten aber genauso gut auch Sprudel und andere alkoholfreie Getränke bekommen, so Witte. Ein anderer Club in Hannover lockt mit den Worten: "So viel du (trinken) kannst."

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