Ärzte Zeitung, 21.06.2006

BUCHTIP

Cannaboide in der Medizin

Kaum eine Heilpflanze war in der Medizingeschichte so verbreitet wie Cannabis. Welchen Stellenwert das Phytotherapeutikum in der Schulmedizin haben wird, ist allerdings fraglich. Den gegenwärtigen Stand der Diskussion stellt ein Team aus 14 Schmerztherapeuten, Palliativ- und Rechtsmedizinern sowie Neurologen in einem neuen Buch vor.

Sie erläutern die Pharmakologie der Cannabinoide sowie verschiedene Indikationen und geben in seperaten Kapiteln Beispiele für Anwendungen. Zu den möglichen Indikationen gehören Übelkeit und Erbrechen, Kachexie, Spastik, Schmerzen und das Tourette-Syndrom.

In weiteren Beiträgen geht es um Auswirkungen der Substanzen auf Kognition und Fahrsicherheit, um unerwünschte Effekte sowie um rechtliche Aspekte der Therapie. Mit diesen Informationen können Kollegen den Stellenwert von Cannabinoiden in der Therapie kritisch einschätzen und die Anwendung im Einzelfall planen. (ner)

Radbruch, Lukas; Nauck, Friedemann (Hrsg.): Cannabinoide in der Medizin, Uni-Med Verlag 2006, 109 Seiten, 44,80 Euro, ISBN 3-89599-773-0

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »