Ärzte Zeitung, 27.06.2007

Rauchen erschwert Hirnregeneration bei Alkoholikern

PALO ALTO (ddp). Bei trockenen Alkoholikern erholt sich die geistige Leistungsfähigkeit besser, wenn sie nicht rauchen. Diesen Schluss ziehen US-amerikanische Forscher aus einer kleinen Studie mit 25 Alkoholikern, von denen 13 Nichtraucher und 12 Raucher waren.

Die abstinenten Nichtraucher erlangten ihre mentalen Fähigkeiten während der sechs- bis neunmonatigen Enthaltsamkeit zu einem höheren Maß wieder zurück als die Raucher, ergab die Studie. Da der überwiegende Teil der Alkoholiker rauche, müsse dieser Effekt bei der Therapie berücksichtigt werden, schreiben Dr. Timothy Durazzo aus San Francisco und seine Kollegen (Alcoholism: Clinical & Experimental Research, 31, 2007, 1114).

Die Ärzte konzentrierten sich in ihrer Studie auf logisches und räumliches Denken, auf das Vermögen, Problemlösungen zu finden sowie auf das Kurzzeitgedächtnis und das auditorisch-verbale Erinnerungsvermögen.

Das Ergebnis: Lediglich das Verständnis von Sprache und der Umgang damit mit verbesserten sich bei den Rauchern ähnlich gut wie bei den Nichtrauchern. Alle anderen geistigen Fähigkeiten blieben beeinträchtigt - am stärksten bei denjenigen Probanden, die am meisten rauchten. Der negative Einfluss von Tabak auf die geistige Leistungsfähigkeit gehe wahrscheinlich nicht auf das Nikotin, sondern auf die vielfältigen Giftstoffe im Zigarettenrauch zurück, so Studienleiter Durazzo.

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