Ärzte Zeitung, 06.03.2008

"Mir kann man bei Drogen und Alkohol nichts vormachen"

Schauspieler Uwe Ochsenknecht nutzt bei der Erziehung seiner Söhne eigene Erfahrungen

FRANKFURT/MAIN (dpa). Schauspieler Uwe Ochsenknecht nutzt bei der Erziehung seiner beiden Söhne die eigenen Erfahrungen mit Alkohol und anderen Drogen. "Mir kann man nichts vormachen", sagte der 52-Jährige bei einer Filmpremiere in Frankfurt.

Uwe Ochsenknecht mit seinen beiden Söhnen Jimmy Blue (r.) und Wilson Gonzales.

Foto: dpa.

Er habe zwar in seinem Leben nie exzessiv Drogen genommen, aber zur gegebenen Zeit schon seine einschlägigen Erfahrungen gemacht. Er könne daher genau beurteilen, wann seine Söhne Jimmy Blue (16) und Wilson Gonzales (18) ("Die wilden Kerle") es zu toll trieben.

Im Umgang mit Drogen komme es nicht auf Verbote an, sagte Ochsenknecht. Vielmehr müsse in der Familie eine Basis des Vertrauens geschaffen werden, damit die Kinder nicht versuchten, ihre Probleme mit Drogen zu lösen. Es gebe zudem eine Gefahr des selbstverständlichen Umgangs gerade mit der Droge Alkohol. "Es stimmt was nicht, wenn man die Nachteile des Rausches akzeptiert und dann einfach so weitermacht."

Ochsenknecht hat gemeinsam mit seinem älteren Sohn Wilson Gonzales in dem Kurzfilm "Crash" mitgespielt, der Jugendliche über die Gefahren des Alkohols aufklären soll. Finanziert hat den rund 300 000 Euro teuren und 27 Minuten langen Film die Bahn-Zentralstelle gegen die Alkoholgefahren (BZAL) - ein Verein mit etwa 63 000 Mitgliedern und Wurzeln bei der Deutschen Bahn AG. "Crash" soll zunächst nur bei BZAL-Veranstaltungen gezeigt werden, erklärte Geschäftsführer Rudolf Görgen. Eine kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen. Weitere Darsteller sind Meret Becker und Marie Lucht.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), lobte die BZAL für ihr Engagement: "Die ältesten Institutionen bringen die modernsten Projekte auf den Weg." Wenn sich junge Menschen mit der Lebenswelt des Hauptdarstellers identifizieren könnten, werde die Zielgruppe erreicht. Der Film eigne sich hervorragend als Ausgangspunkt für vertiefende Diskussionen und Informationen.

Weitere Infos zum Thema: www.filmportal.de

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