Ärzte Zeitung, 03.04.2008

BUCHTIPP DES TAGES

Behandlung bei Opiatsucht

Unter Personen, die außerhalb medizinischer Indikationen Opiate konsumieren, ist die Mortalitätsrate 20 Mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Dazu tragen nicht nur Überdosierungen bei, sondern auch Infektionskrankheiten, Gewalt, Suizid und schlechte Lebensbedingungen. Die drei Herausgeber des Buches "Opiatabhängigkeit" betonen deshalb, wie notwendig ein interdisziplinärer Behandlungsansatz für solche Patienten ist, und versuchen, dies in ihrem Lehr- und Praxisbuch zu vermitteln.

Beschäftigen sie sich im ersten Abschnitt allgemein mit Drogen und ihren Wirkungen, werden im zweiten Kapitel die typischen Begleiterkrankungen bei opiatabhängigen Patienten dargestellt. Im größten Teil des Buches, an dem 40 Autoren mitgewirkt haben, geht es um verschiedene Behandlungsstrategien: von der Substitutions- und Entzugstherapie, über psychosoziale Aspekte bis hin zur Entwicklung von Kindern opiatabhängiger Mütter.

In die zweite Auflage des Buches neu aufgenommen worden sind Beiträge aus den Bereichen Geburtshilfe, Chirurgie und Schmerztherapie sowie Beiträge zur Begutachtungspraxis und Fahrtauglichkeit von Personen mit Opiatabhängigkeit. (ner)

Eckhard Beubler, Hans Haltmeyer, Alfred Springer (Hrsg.): Opiatabhängigkeit. Springer Verlag Wien, New York. 2. Auflage 2007, 340 Seiten, broschiert. Preis: 49,90 Euro, ISBN 978-3-211-29116-0.

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