Ärzte Zeitung, 22.11.2011

Rauchstopp-Studie: Teilnehmer gesucht

Experten aus ganz Deutschland gehen in einer Studie jetzt der Frage nach, ob ein kompaktes Angebot zur Tabakentwöhnung besser ist als mehrwöchige Kurse.

NEU-ISENBURG (eb). Nur 3 bis 5 Prozent der Raucherentwöhnungsversuche führen ohne Unterstützung zur langfristigen Rauchfreiheit.

Der größte Teil der Raucher wird nach spontanen Aufhörversuchen wieder rückfällig, obwohl nach jüngsten Umfragen mehr als 80 Prozent der Raucher gerne aufhören oder deutlich reduzieren möchten, teilt das Universitätsklinikum Heidelberg mit.

Mit einer großen Studie unter Federführung der Thoraxklinik-Heidelberg gehen nun Experten aus ganz Deutschland der Frage nach, ob ein kompaktes Angebot zur Tabakentwöhnung besser ist als die bisher etablierten mehrwöchigen Kurse.

Wissenschaftlich fundierte Unterstützung

Aus wissenschaftlicher Sicht bietet eine Kombination aus verhaltenstherapeutischer und medikamentöser Unterstützung die beste Chance auf Erfolg.

Zwar sind mehrwöchige Kurse von Beratungs- und Entwöhnungszentren etabliert, jedoch nimmt nur ein kleiner Teil der Raucher solche Kursangebote in Anspruch.

Für den Großteil gibt es somit nur wenig wissenschaftlich fundierte Unterstützungsmaßnahmen in Deutschland.

Dies war der Ansatz, ein neues Angebot für aufhörwillige Raucher zu entwickeln, das mehr Zuspruch finden soll.

Bis zu 800 Raucher sollen teilnehmen

Der Kompaktkurs über zwei Termine soll jetzt unter der Leitung der Thoraxklinik-Heidelberg in einer deutschlandweiten Studie an den Standorten Heidelberg, Stuttgart, München, Chemnitz und Göttingen auf seine Akzeptanz und seine Effektivität hin untersucht werden.

Rund 800 Raucher sollen in die Studie eingeschlossen werden, die damit eine der größten zur Tabakentwöhnung in Deutschland sein wird. Teilnehmen können prinzipiell alle Raucher ab 18 Jahre.

Die besonderen Ein- und Ausschlusskriterien bespricht das jeweilige Zentrum persönlich mit den Interessierten.

Für die "Kurzinterventionsstudie zum Rauchstopp" ("Brief intervention study for quitting smoking", BISQUITS) wird der neue Kompaktkurs im Vergleich zu einem mehrwöchigen Kurs und zu einer kurzen ärztlichen Beratung geprüft.

Um eine Vorselektion der Raucher zu vermeiden, werden sie den einzelnen Behandlungen zufällig zugeteilt, also randomisiert.

Mehr Infos über die Studie zur Tabakentwöhnung: Privatdozent Miichael Kreuter. Infotelefon: 06221/396-2888; info@ohnekippe.de; heidelberg@bisquits-studie.de; www.bisquits-studie.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Amazonas-Volk hat die gesündesten Gefäße weltweit

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »

Kiffen schädigt wohl doch Herz und Hirn

Cannabis-Konsum erhöht offenbar doch das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche. Zumindest hat sich ein entsprechender Zusammenhang in einer umfassenden US-amerikanischen Analyse gezeigt. mehr »