Ärzte Zeitung online, 11.07.2012

BZgA zieht gegen Alkohol durchs Land

KÖLN (dpa). Rund 9,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland haben offenbar Alkoholprobleme. Helfen soll jetzt eine Aufklärungskampagne.

Darauf hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) am Mittwoch in Köln hingewiesen.

"Das heißt: Sie trinken Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen." Etwa 1,3 Millionen von ihnen sind laut BZgA alkoholabhängig. Entsprechende Schätzzahlen für Jugendliche gibt es einer Sprecherin zufolge nicht.

Alkohol und seine Folgen würden noch immer verharmlost, warnte BZgA-Direktorin Professor Elisabeth Pott. Für einen erwachsenen Mann sind 24 Gramm Reinalkohol unbedenklich.

Das entspricht umgerechnet zwei Biergläsern à 0,3 Liter pro Tag. Für eine Frau gilt nur die Hälfte als gesundheitlich nicht riskant. Und diese Menge ist auch nur dann unbedenklich, wenn sie an maximal fünf Tagen in der Woche getrunken wird.

"Alles, was darüber liegt, ist bereits riskanter Alkoholkonsum und kann auf Dauer zu gesundheitlichen Schäden führen", hieß es.

Häufige Folgen von Alkoholmissbrauch sind Schädigungen des Gehirns und der Leber sowie Herzmuskel- und Krebserkrankungen.

Geschätzte rund 74.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland durch riskanten Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Alkohol und Tabak.

Um vor den Gefahren zu warnen, zieht die Bundeszentrale derzeit mit einer Info-Tour "Alkohol? Kenn dein Limit" durchs Land.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »